Online-Spielsucht
Ein Problem der Zeit:
Online-Rollenspiele (z.B. World of Warcraft)
In letzter
Zeit häufen sich die Hilferufe von Eltern, deren
Kinder vom Monitor nicht mehr wegkommen, da sie in ein Rollenspiel vertieft
sind. Hier wird besonders häufig das zur Zeit wohl
beliebteste Rollenspiel „World of Warcraft (WOW)“ genannt. Betroffene Eltern
wissen, was gemeint ist. Da die Kids bei diesem Spiel unter einem Gruppenzwang
stehen, werden sie innerhalb einer sogenannten Gilde zur Anwesenheit massiv
unter Druck gesetzt. Fast erinnert das Verhalten der Spieler und deren
„Vorgesetzten“ im Spiel schon sehr an militärischen
Drill. Dennoch: Nicht das Spiel ist es, das süchtig macht, sondern es liegt ein
Fehlverhalten eines Anwenders vor. Und das sollte allen Eltern klar sein,
denn hier sind auch sie gefordert; der einfache Fingerzeig auf einen
Spielhersteller ist da zu einfach! Uns ist wichtig, dass SIE als Eltern verstehen, was
eigentlich mit den jungen Leuten da im Internet passiert. Besser als wir es je
beschreiben könnten, machen es Auszüge aus
Bekennerschreiben von direkt Betroffenen klar:
Hallo,
ich
heiße Sebastian, bin 17 Jahre alt und besuche ein Gymnasium, zumindest
physisch, meine Gedanken schweifen meistens bei meinem Computerspiel World Of
Warcraft. Ich langweile mich in der Schule fast zu Tode, aber alleine der
Gedanke an dieses Spiel erreicht in gewisser Weise eine Befriedigung.
Am
liebsten spiele ich PvP (player versus player). Das ist eine Möglichkeit, auf
Schlachtfeldern gegen andere Spieler anzutreten und sie zu besiegen. Deswegen
bin ich wahrscheinlich so vernarrt in dieses Spiel. Man hat keine
Computergegner, die Gegner sind richtige Menschen, die denken, die voraussehen
können, was ich als Nächstes vorhabe. Man muss sich Taktiken überlegen,
Vorgehensweisen, die Spielweisen der Gegner analysieren, ihre Schwächen
rausfinden und dann besiegen. Dafür wird man durch ein Ehrensystem belohnt. Und
natürlich mit der Anerkennung anderer Spieler. Anerkennung, die mir im
wirklichen Leben fehlt.
In der
Schule ist mir früher immer alles zugeflogen, nie musste ich etwas für die
Schule tun. Die Lehrer sagen, dass ich in jedem Fach mindestens 2 stehen
könnte... aber ich bin zu faul, ich war es schon immer... Spielen ist viel
einfacher, es macht Spaß, es befriedigt, es gibt sogar Energie. Man vergisst
alles um sich herum. Vergessen ist oft ein Segen. Alle Probleme, denen man sich
vorher stellen musste, sind scheinbar nicht mehr da. Man muss keine Hindernisse
wie Faulheit überwinden, wofür ich mich quälen müsste, was ich nicht kann.
Jetzt habe ich das Gefühl vergesslich zu werden, ich vergesse sogar dauernd,
was ich vor 10 Minuten gesagt habe. Ich habe das Gefühl zu verblöden, immer
kindlicher statt reifer zu werden.
Meine
Eltern erkannten meine Sucht und bemerkten meinen starken Leistungsabfall. Sie
haben mir zuerst Fristen gesetzt, dass ich zum Beispiel nur 3 Stunden spielen
darf. Ich war nicht im Stande, mich daran zu halten. Ich habe sie belogen, was
ich sogar jetzt in diesem Moment tue. "Ich hab noch nicht 3 Stunden
gespielt." "Ich weiß nicht wie spät es ist und wann ich angefangen
habe." Meine Eltern wussten es aber und haben mir kurz darauf das Spiel
abnehmen wollen. Ich habe ihnen nur die CDs gegeben und sie sind in dem
Glauben, ich könnte es nicht mehr spielen. Man braucht keine CDs. Ich vertraue
meinen Eltern auch nichts mehr an, ich bevorzuge eher meine Freunde in diesem
Spiel, die ich auch im wirklichen Leben kennen gelernt habe. Sie haben das
gleiche Problem, unter ihnen ist jede Alterklasse zu finden.
Sogar
ganze Familien sind dem Spiel verfallen, Vater, Mutter, Kinder... Es ist wie
eine Seuche, die einen von innen auffrisst. Man weiß es, man weiß, dass es
einen zerstört, aber man kann nicht mehr davon weg. Ich trinke Cola, um mich
wach zu halten, um im Spiel nicht einzuschlafen (was mir einmal passiert ist).
Ich habe ganz verfärbte Zähne bekommen.
Meine
Familie leidet unter mir, sie kritisieren mich den ganzen Tag, wollen mich
kontrollieren. Besonders nach diesen Auseinandersetzungen habe ich erhöhtes
Verlangen, zu spielen. Ich denke nicht, dass mir jemand helfen kann, auch wenn
dies behauptet wird, das muss ich selber tun. Aber es wäre wie eine tiefe Wunde,
die ich mir selbst zufügen müsste und das kann ich nicht. Die Qualen wären zu
groß.
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Hallo
Kurz zu mir:
Ich habe mit 14 Jahren angefangen WoW zu spielen. Nach 1
1/2 Jahren konnte ich dann endlich aufhören ... oder doch nicht ...?
Ich weiß nicht genau, was ich machen soll. Seit das Spiel
draußen ist, spielte ich es mit meinem Bruder (an 2 PCs, wir konnten also
zusammen leveln etc.). Am Anfang hat es ja noch Spaß gemacht, die ersten
Schritte, das lachen im TS wenn jemand vom großen Baum fällt und unsanft landet
usw. usw., maximal 4 h am Tag gespielt. Doch ein halbes Jahr später waren es
bei uns mindestens 8 h am Tag während der Schulzeit, wir hatten bereits 2 60er
Charaktere..
Mein Bruder konnte plötzlich aufhören, irgendwie von einem Tag auf den anderen
und ging mit seinen Kumpels weg usw (Anmerkung: Er ist 18).Doch bei mir war es
anders, ganz anders. Ich weiß nicht warum aber ich spielte noch länger, ..viel
länger, mittlerweile war ich 15 Jahre alt und hatte meinen ersten Rang 10
Charakter. 16 h (16 Stunden!) spielen am Tag während den Ferien waren nix
besonderes. Ein neuer Realm kam raus. Mich, als eingefleischten
"Playerkiller" zog es natürlich auf diesen, und innerhalb 20 Tage
nach dem Release war ich 60, 2 Monate später nochmal Rang 10.(Mittlerweile ist
es Juni, also gut mehr als ein halbes Jahr später nach dem ersten Rang 10er).
Irgendwann meinte mein Bruder mal, ich solle was mit ihm und seinen Freunden
machen. Ich liebe meinen Bruder, er sorgt sich immer um mich, vielleicht hat er
meine Sucht erkannt und mich deswegen mal gefragt. Dann, ich glaube es waren 2
Wochen später, meinte er ich sollte meinen Account doch verkaufe, .er sei ja
nun einiges wert. Ich gebe zu, ich habe nicht mehr viel gespielt (2h am Tag)
aber ich weiß nicht ob es endgültig vorbei ist, ohne dem Spiel würde ich mich
bestimmt langweilen :-/.Ich gehe mittlerweile jeden Tag mit paar Freunden in
einem Jugendtreff, Billiard spielen für 2 - 4 h. Meistens von 15.00 bis 19.00
Uhr. Aber sonst? Nix..
Ist das noch die Sucht, die mich zum Spiel zieht oder die Langeweile?
Edit:
Vielleicht sollte ich noch etwas zur Schule sagen. Ich gehe noch immer aufs
Gymnasium und habe einen Schnitt von 3,3...vor WoW 2,6 :-/.., weiß nicht ob’s was zur Sache tut .
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Hallo,
ich heiße Petra und habe einen 22Jahre alten Sohn, der seit über 3 Jahren am
Computer sitzt und spielt, alles andere ist nur noch Nebensache. Ich bin mit
meinen Nerven völlig am Ende und weiß nicht mehr was ich noch machen soll,
komme nicht mehr an ihn ran.
Es hat alles angefangen nach Abschluss seines Lehrberufes. Er wurde nicht
übernommen und saß nur noch am Computer. Leider kenne ich mich nicht so aus,
weiß nicht was er da spielt, was ich weiß, es wird nur geschossen und es sind
viele Spieler online dabei, das geht täglich ca. 16.00Uhr los und endet früh um
6.00Uhr, wenn ich zur Arbeit muss.
Die Folgen sind katastrophal, es kann mit ihm kein normales Gespräch geführt
werden, er ist nur genervt und gereizt, da man Ihn ja beim Spielen stört. Er
hat keine großen Pflichten zu Hause, etwas Müll wegbringen, sein Zimmer
aufräumen und sein Geschirr abwaschen, aber das wird schlichtweg immer
vergessen. Ein gemeinsames Essen gibt es nicht mehr, alles Geschirr wird im
Zimmer gebunkert bis die Schränke leer sind und ich dann mal richtig Krach
machen muss, dass endlich dieses vermüllte Zimmer mal aufgeräumt wird. Aber es
ist über Tage ein Kampf bevor etwas gemacht wird. Unregelmäßiges Essen und eine
ungesunde Ernährungsweise kommt dazu.
Um eine Arbeit kümmert er sich auch nicht, wie denn auch, er muss ja am Tag
schlafen. Alle Behördengänge muss ich Ihn immer in Erinnerung rufen. Es läuft
nichts mehr. Auf Gespräche, wie gesagt, lässt er sich nicht mehr ein, enden
immer so, dass wir uns anschreien und Dinge sagen, die uns später leid tun.
Auch die Beziehung zu meinem Lebenspartner ist dadurch sehr schlecht geworden,
die gegenseitige Verachtung zwischen Ihm und meinen Sohn ist so
fortgeschritten, dass mein Sohn mir jetzt Vorwürfe macht, warum ich mich nicht
schon vor Jahren von Ihm getrennt habe, er hätte dadurch keine schöne Kindheit
gehabt und mein Lebensgefährte wirft mir Inkonsequenz gegenüber meines Sohnes
vor.
Es ist ein Teufelkreis und ich weiß nicht mehr weiter. Mein Sohn soll doch nur
seine Pflichten wahrnehmen und es würde alles etwas ruhiger zu gehen, nur das
will er nicht einsehen. Da er selber für die Onlinekosten aufkommt und sich mit
22 Jahren nichts mehr sagen lassen will, weiß ich jetzt nicht mehr, wie ich
weiter verfahren soll. Er bekommt Harz vier, bezahlt aber keine Miete und
denkt, dass er dies auch nicht braucht.
Handelt nur noch zu seinem Vorteil und rücksichtslos. Er hat eine
Hauptschulabschluss und hat vor zwei Jahren versucht seinen Realschulabschluss
nachzuholen, auch dies hat nicht geklappt, wegen seiner Spielsucht. Keine Zeit
und immer müde, deshalb brach er auch diesen Versuch, bessere Chancen im Leben
zu haben, ab. Die Arbeiten die er mit seinem Abschuss (Teilezurichter) bekommen
würde, will er einfach nicht machen, da er was in der Computerbranche machen möchte, aber er hat keinen Ehrgeiz sich wirklich zu kümmern,
um vielleicht, doch auch eine Chance zu bekommen, müsste er sich doch besser
bemühen, es kommt ja keiner ins Haus und sagt, hallo komm, wir brauchen Dich.
Aber das will er nicht begreifen.
Ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben, was ich tun soll, wie komme ich
wieder an Ihn ran um wenigsten mal ein normales Gespräch zu führen. Mein
Lebensgefährte, sagt ich sollte ihn rausschmeissen, dass er mal auf eigenen
Füssen stehen muss, aber das kann ich doch nicht einfach machen, ich
möchte nicht, dass er das Gefühl bekommt, dass ich Ihn verstoße und nicht mehr
liebe. Was meine Sie? Was soll ich tun? Vielen Dank für einen guten Rat.
Mit freundlichen Gruß eine verzweifelte Mutter. mfg
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Die Onlinespielsucht tritt zu 75 % bei Jugendlichen
auf, meist bei den Jungens. Seitdem die Rollen- und Killerspiele „in“ sind,
schlagen die Medien Alarm. Und nicht nur die Medien. Täglich melden sich bei
uns Eltern, deren Hilflosigkeit grenzenlos ist. 12 bis 18 Stunden täglicher (!)
PC-Spielsitzungen sind längst kein Einzelfall mehr. Wir empfehlen den
Rat suchenden Eltern und Betroffenen, sich unbedingt diese Lektüre zu
beschaffen:
Computersüchtig. Kinder im Sog der modernen Medien
Hier
beweisen Prof. Dr. Hüther (ein bekannter Hirnforsche) und Herr Bergmann, dass ständiges Spielen am PC die
Hirnstrukturen massiv verändert. Vor allem aber wird das Spiel WoW verständlich
erklärt, und für Angehörige und Eltern ist es unerlässlich, verstehen zu
lernen, was der Betroffene im Netz eigentlich macht – und ... was ihm fehlt!
Noch ein Hilferuf, einer von
mittlerweile Tausenden:
Hallo,
vorab: Ich wusste nicht genau in welches Forum ich das schreiben soll, daher
hab ich das allgemeine genommen, sollte dies falsch sein, bitte ich um
Entschuldigung. Warum ich hier schreibe? Ich muss es einfach mal loswerden!
Viele
der Bekenntnisse hier auf dieser Seite erinnern mich an meine "alten"
Zeiten. Das Internet war für mich damals eher Informationsplattform. Sicherlich
habe ich auch gechattet, aber mehr nebenher, habe ich jemanden
"kennen gelernt", den ich nett fand hab ich so schnell wie möglich versucht
ihn/sie auch real zu treffen. (Natürlich nicht ohne mich vorher versichert zu
haben, dass es kein irrer Mörder ist).
Als ich 17 war, lernte ich meinen
Ex-Freund kennen. Nach einem Jahr trat er seinen Grundwehrdienst an. Ein
Wochenende, erzählte er mir von einem ganz tollen Onlinegame, ich weiß nicht
mehr genau welches es war, aber er verbrachte eigentlich alle folgenden
Wochenenden am PC. Schon zu der Zeit hätte ich es besser wissen müssen, aber
ich war naiv.
Nach Ende seines Grundwehrdienstes sind wir zusammen gezogen, ich dachte dann würde er vielleicht auch weniger am Rechner sitzen. Ganz im Gegenteil war er nun aber gar nicht mehr von der Kiste weg zu kriegen. Er hatte sein Arbeitszimmer zum Spielzimmer gemacht, an den Wänden hingen Karten von irgendwelchen Ländern des Spiels. Ich ging nicht in dieses Zimmer, was sollte ich ihm auch beim Spielen zusehen. Durch meine Ausbildung musste ich allerdings auch mal an den Rechner, dies ging natürlich nur mit 3maliger schriftlicher Anmeldung. Meistens konnte ich gar nicht ran, habe ich ihn einfach ausgemacht hat er mich beinah angegriffen. Also nahm ich sein Laptop er brauchte es schließlich nicht und setzte mich in die Wohnstube. Ich wurde immer unzufriedener, ich konnte nicht glauben, dass das schon alles war. Einer meiner Chat-Freunde erzählte mir da von einem super Browsergame, dass ich mir unbedingt mal ansehen sollte.
Ich spielte es sehr gern, aber auch das war für mich damals nur ein Spiel.
Keine ernste Sache. Bis ich die verschiedenen Kommunikationsformen (IRC, Skype,
TS usw.) entdeckte von da an war ich nicht mehr allein in meinem Wohnzimmer,
ich war Teil einer Community. Ich hatte Freunde... im Spiel zwar, aber ich
kannte sie besser als jeder andere und sie kannten mich. Ich saß manchmal bis 1
oder 2 Uhr Nachts am Spiel, bin dann morgens auf Arbeit, in die Berufsschule
ging ich so gut wie nie, war ja auch nicht so wichtig. Jede freie Minute
verbrachte ich ab jetzt auf dem Sessel in meinem Wohnzimmer. Wäsche waschen?
Das kann ich auch morgen noch... Duschen gehen? Ja Moment ich schreib noch
schnell was zu ende... Es ist komisch das zu zugeben, aber ich war ein
richtiges Schwein zu der Zeit. Aber Warum? Ganz einfach. Im Internet war ich
wer... in dem Spiel gab es gewisse Stufen die man erreichen konnte. Je höher
die Stufe, je höher das Ansehen. Innerhalb von 8 Monaten hatte ich die höchste
Stufe erreicht. In jedem Chan wurde ich mit Freude begrüßt. Ich wurde geachtet,
ich wurde gemocht, ich wurde respektiert. Genau das, was ich immer wollte.
Beliebt sein. Es war wie auf einem Mordsmäßigem Trip. Im Real haben mich
meistens alle gehänselt, ich war ein Niemand. Aber im Spiel war ich ein JEMAND.
Mit meinem Freund lief schon lange nichts mehr, wir haben Schluss gemacht in
beiderseitigem Einverständnis... Ab und zu klopfte ich mal an seine Tür um zu
hören, ob er noch am Leben war. Es klingt wirklich erschreckend, aber genau aus
diesem Grund klopfte ich an seine Tür. Zu hören bekam ich "ich kann jetzt
nicht".
13 Monate lang ging das so. Mein Vater wusste nichts davon, er machte mir nur
Vorwürfe, dass ich nie anrufe. Heute tut es mir leid, damals war mir das egal.
Ich war zu der Zeit kein Mensch. Eines Tages, musste ich dann doch mal in das
"Spielzimmer", weil das Laptop nicht da war. Als ich die Tür aufstieß,
kam mir der Brechreiz. Ich hatte das Zimmer schon seit mehr als 8 Monaten nicht
mehr gesehen. Es war schlimmer als ich es mir je hätte vorstellen können. Es
war ein Trampelpfad zum Schreibtisch, der Rest des Bodens war mit ca. ein Meter
hohen Stapeln aus Müll bedeckt. Aber was für Müll. Altes MiKrowellenessen,
verschimmelte Sacken überall. Verfaultes und Verwestes lag da rum. Zwei
10-Liter Eimer bis oben hin voll mit Zigarettenstummeln. Ich will gar nicht
wissen, was das alles mal war. Es hat gestunken, das ist einfach
unbeschreiblich. So schnell ich konnte habe ich die Tür zugeschmissen und ging
ins Wohnzimmer. Ich sah auf meinen Sessel und den kleinen Tisch davor. Man sah
deutlich wo das Laptop noch gestanden hat. Ein überfüllter Aschenbecher, sonst
nur Dreck. Kein Dreck auf dem Boden, aber auch das war schon ganz schön
schlimm. Die Küche quoll über von alten Müllbeuteln. Da stand ich, stinkend, in
meiner stinkenden Wohnung und sah aus dem Fenster. Draußen hörte ich ein paar
Kinder spielen, und da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass irgendwas nicht
richtig läuft. Ich wusste nicht was, aber irgendwas habe ich falsch gemacht,
das wusste ich.
Zuerst ging ich Duschen, kramte alle meine Sachen zusammen und klingelte bei
meinem Vater. Ich wollte nur noch da raus. Meine Vorstellung war damals. Ich
kann mich ja bei meinem Vater einnisten und da weiter spielen. Ich habe
wirklich nicht einen Moment daran gedacht, dass ich danach süchtig bin. Ich
habe scherze darüber gemacht und andere ausgelacht die mir geschrieben haben
sie hören auf und am selben Tag wieder angefangen haben.
Meine Vorstellung war jedoch nicht wirklich umsetzbar. Zum Einen hatte mein
Vater nicht die nötige Internetgeschwindigkeit und ich hatte auf einmal auch
gar keine Zeit mehr. Montag war Arbeitstag, da wurde das Haus geputzt,
Dienstags war Skatabend bei Nachbars... usw. Ganz ohne es zu wissen, hat er
mich aus dem Sumpf gezogen, ich habe ihn oft gefragt, er hatte wirklich keine
Ahnung. Ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mich damals nicht wieder
rausgeschmissen hat (Ich war wirklich schlecht drauf)...
Aber auch da wusste ich noch nichts davon. Denn ab und zu fand ich auch ein paar freie Minuten, klar, dass ich sofort ins Internet ging. Doch gleich nach dem ersten mal habe ich es sein lassen. Ich wurde nicht herzlich empfangen, meine "Freunde" haben mir vorwürfe gemacht, warum ich am verabredeten Zeitpunkt nicht da war, warum ich mein Acc einfach unbeaufsichtigt lasse usw. Ich erkannte, dass die Welt, die ich mir geschaffen hatte, nicht das war, was ich immer dachte. Ich erkannte, dass ich mir was vorgemacht habe und da habe ich zum ersten mal den einen Satz gedacht: "Ich bin süchtig".
Seitdem sind 4 Jahre vergangen. Ich spiele nun das Spiel wieder... ab und zu... nebenbei, weil es Spaß macht. Wenn ich meine alten "Freunde" wieder online treffe, Chatten wir ein paar Minuten. Über das Real. Wie es ihm/ihr geht, was er/sie so macht... nicht über das Spiel. All das hab ich aus meinem Kopf für immer verbannt. Mein Ex-Freund? Er ist mittlerweile seit 2 Jahren Tot. Er hat sich aufgehangen, als er kein Geld mehr hatte.
Manchmal treffe ich vollkommen Fremde auf der Straße, die sagen "Hey bist du nicht die und die und warst Admin bei soundso?"... "Nein bin ich nicht, sie ist gestorben", sag ich dann.
Ich bin beides, ich habe erlebt wie es ist, mit einem Süchtigen zusammen zu leben und wie es ist, süchtig zu sein. Ich werde das nie wieder zulassen. Beides.
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Kinder
und Onlinesucht ...
...Was also läuft schief, wenn der Computer so
einen hohen Stellenwert bekommt? Wie bemerke ich überhaupt, was mit meinem Kind
los ist und ob es onlinesüchtig ist?
Erste Warnzeichen sind, ...
wenn sich das Kind immer mehr zurückzieht
wenn das Kind nicht mehr seinen realen Hobbys nachgeht
wenn immer weniger Freunde auftauchen oder die Mahlzeiten nicht mehr mit der Familie, sondern vor dem PC eingenommen werden
wenn Kinder bei realen Aktivitäten lustlos sind
wenn sich Übermüdung und schulisches Nachlassen zeigt
wenn Schule geschwänzt wird
wenn Kinder nicht mehr mit ihren Eltern sprechen (Du verstehst mich ja eh nicht!)
Bereits
ein computerfreier Tag zeigt, ob sich das Kind schon zu sehr an die virtuelle
Welt gewöhnt hat. Damit Eltern solche Probleme auch wahrnehmen, sollten sie die
Anwendung des Computers allerdings dauerhaft begleiten. Wichtig ist, dass Sie
sich überhaupt darum kümmern, was Ihre Kinder machen!
Eltern sollten sehr bewusst auf das Verhalten ihres Kindes in der Anwendung der Neuen Medien achten! Wesentlich sind klare zeitliche und inhaltliche Absprachen für die Nutzung des PCs, deren Einhaltung auch kontrolliert werden muss. Hier liegt oft der Knackpunkt, denn Kinder haben keinen Anhaltspunkt, wenn die Eltern ihnen keine Vorgaben machen und keine Grenzen aufzeigen. Viele schauen lieber weg und reden sich ein, dass sich das Computerverhalten ihres Sprösslings „schon normalisiert“. Häufig sitzt das Kind dann aber schon in der Suchtfalle, aus der es ohne klare Ansagen nicht herausfindet. Wann freilich die übermäßige Handhabung eines Computers (von „Nutzung“ kann man dann schon nicht mehr sprechen) professionelle Hilfe von außen erfordert – etwa die eines Psychologen –, ist unterschiedlich. Auch hier sind Sie als Eltern gefordert. Sie erkennen in der Regel Online- oder Computerspielsucht eher als die betroffenen Kids selbst. Leider wird nicht früh genug reagiert, wenn sich erste Warnzeichen zeigen.
Aber: Ein
Kind, das mal länger am PC sitzt als normal, ist noch lange nicht süchtig.
Medienberichten zufolge reagieren Eltern und Angehörige oft hysterisch, was
jedoch nicht Sinn der Sache ist. Wird die stundenlange Computersitzung für den
privaten Gebrauch (!) jedoch zur Gewohnheit, und die Gedanken beginnen auch in
der computerfreien Zeit, sich ständig um das Computerspiel zu kreisen, ist
Vorsicht geboten. Sucht und Gewohnheit liegen nahe beieinander. Eltern sollten
mit ihren Kindern absprechen, wie viel Zeit am PC verbracht werden darf. Dabei
sollte jeweils auch nach dem Zweck der Nutzung differenziert werden. Ein
Beispiel: eine halbe Stunde für E-Mails, eine Stunde für
Hausaufgaben-Recherchen, Hausaufgaben offline nach Bedarf, eine bis drei
Stunden spielen. Ein PC sollte nur im Kinderzimmer stehen, wenn die Eltern
sicher sein können, dass die Absprachen eingehalten werden und nicht etwa nachts
gespielt wird, während die schlafenden Eltern ihr Kind in den schönsten Träumen
wägen. Konsequenz ist hier wichtig. Denn Kinder brauchen Regeln!
Anhand des folgenden Fragebogens verschaffen Sie sich einen ersten
Eindruck, ob Ihr Kind onlinesüchtig sein könnte.
Ist mein Kind onlinesüchtig?
*)
Bitte beantworten Sie die
folgenden Fragen mit dieser Skala:
trifft nicht oder kaum zu 1 Punkt
manchmal 2 Punkte
häufig 3
Punkte
sehr oft 4
Punkte
immer 5
Punkte
Bitte kreuzen Sie bei jeder Frage nur eine Alternative an und tragen Sie den jeweiligen Punktwert ein, den Sie zur Auswertung dann mit den anderen addieren müssen!
1.
Wie oft missachtet Ihr Kind von Ihnen vorgegebene Zeitlimits bezüglich
Onlinezeit?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
2.
Wie oft vernachlässigt Ihr Kind Arbeiten im Haushalt, um mehr Zeit
online verbringen zu können?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
3.
Wie oft verbringt Ihr Kind die Zeit lieber online als mit dem Rest der
Familie?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
4.
Wie oft knüpft Ihr Kind Freundschaften über das Internet mit anderen
Internetbenutzern?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
5.
Wie oft beschweren Sie sich darüber, dass Ihr Kind so viel Zeit online
verbringt?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
6.
Wie oft wirken sich die Internetaktivitäten auf die Schulnoten aus?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
7.
Wie oft schaut sich Ihr Kind die E-Mails an, bevor es etwas anderes tut?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
8.
Wie oft kommt Ihnen Ihr Kind zurückgezogen oder verschlossen vor, seit
es das Internet entdeckt hat?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
9.
Wie oft reagiert Ihr Kind zurückhaltend oder verschlossen, wenn Sie es
darauf ansprechen, was es im Internet tut?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
10.
Wie oft haben Sie Ihr Kind bereits unerlaubt beim Benützen des Internets
erwischt?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
11.
Wie oft verbringt Ihr Kind Zeit alleine in seinem Zimmer, um mit dem
Computer zu spielen?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
12. Wie oft bekommt Ihr
Sohn/Ihre Tochter
merkwürdige Telefonanrufe von neuen Internetfreunden?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
13. Wie oft
reagiert Ihr Kind verärgert, wenn es im Internet gestört wird?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
14.
Wie oft ist Ihr Kind, nachdem es im Internet war, müder oder erschöpfter
als früher?
trifft nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
15.
Wie oft bemerken Sie, dass Ihr Kind noch in Gedanken versunken ist,
nachdem es im Internet war?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
16.
Wie oft gibt es mit Ihrem Kind Auseinandersetzungen über das Ausmaß der
Online-Zeit?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
17. Wie oft verbringt Ihr
Kind mehr Zeit online als mit Hobbys und/oder anderen Aktivitäten?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
18. Wie oft
reagiert Ihr Kind verärgert darüber, wenn sie ihm Vorschriften machen, wie
lange es online sein darf?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
19. Wie oft ist Ihr Kind
lieber online als mit Freuden zusammen zu sein?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
20. Wie oft bessert sich die
Stimmung ihres Kindes, wenn es wieder online gehen kann?
trifft
nicht oder kaum zu
manchmal
häufig
sehr
oft
immer
Ergebnis: ........................ Punkte
Auswertung:
20 - 49 Punkte:
Ihr Kind ist ein gewöhnlicher
(normaler) Internetanwender. Es verbringt vielleicht zwar ein bisschen zu viel
Zeit im Internet, hat jedoch Kontrolle über seinen Gebrauch.
50 – 79 Punkte:
Ihr Kind erlebt hin und
wieder heftige Probleme aufgrund der Internetnutzung. Sie sollten den nicht unerheblichen Einfluss des Internets auf das Leben
des Kindes wahrnehmen und auch, wie es das Leben in der Familie beeinflußt.
80 – 100 Punkte:
Die Internet-Nutzung bringt signifikante Probleme im
Leben Ihres Kindes und höchst wahrscheinlich auch in der Familie mit sich. Sie
sollten diese Probleme dringend ansprechen.
Bitte beachten Sie:
Dieser
kleine Fragebogen ist kein überprüftes psychologisches Testverfahren, sondern
kann nur grobe Hinweise geben, ob Sie vielleicht den Rat eines Experten suchen
sollten!
*)
Dieser Test ist eine Adaptation des "Parent-Child Internet Addiction Test
des "Center for Online and Internet Addiction - Help and Resource for
Internet Addicts”, Healthcare Professionals, and Corporations dealing with
Internet abuse. Child Protection on the Internet, www.http://netaddiction.com/resources/parents_test.htm.
Übersetzung: Benjamin Stangl,
http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/SUCHT/InternetsuchtTest.shtml
|
Christine und
Christoph Hirte haben eine Initiative betroffener Eltern gegründet, |
Kinder werden häufig schon zur Mediensucht erzogen
7
% der 2-jährigen Kinder besitzen bereits einen eigenen Fernseher in ihrem
Zimmer. Im Alter von 6-7 Jahren sind es schon 21 %, bei 12-13-jähringen
Teenagern 56 %. Das ergab jetzt die Studie 'Kinder und Medien' der
ARD/ZDF-Fernsehkommission. Eltern neigen dazu, bei Neuanschaffung eines
Fernsehgerätes die alte Glotze geradezu automatisch und völlig gedankenlos ins
Kinderzimmer zu entsorgen. Ergänzt werden die Flimmerkästen meist noch mit
Spielkonsolen und Computern.
Bei den 13-jährigen hat sich die Anzahl der eigenen Fernsehbesitzer seit 1990
verdoppelt. Fakt ist, dass Kinder diese für sie geradezu ideale Gelegenheit des
ungestörten Zappens nutzen, um häufiger vor der Glotze zu sitzen. Teenager im
Alter von 13 Jahren schauen im Gegensatz zu Gleichaltrigen, die keinen eigenen
Fernseher in ihrem Zimmer besitzen, im Durchschnitt täglich 43 Minuten länger
fern. Bei Kindern ohne eigenes Gerät berichtet die Studie von einem täglichen
Fernsehkonsum von anderthalb Stunden.
Psychologen und Kinderärzte warnen vor den Folgen: Nicht nur Bewegungsmangel
und Schulversagen sind zu erwarten, sondern auch eine schlechtere Entwicklung
der sozialen Fähigkeiten. Prof. Hendricks, Medienpädagoge an der TU Berlin
meint dazu: "Gerade Jungen schauen abends gerne Action und kommen morgens
unausgeschlafen und gestresst in die Klasse." Er gibt Eltern den guten Rat,
den Kindern frühestens im Alter von 12 Jahren einen eigenen Fernseher in dessen
Zimmer zu gestatten, wenn überhaupt.
Da Krimonologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) untersucht derzeit, ob
es einen Zusammenhang zwischen Fernsehverhalten und Schulnoten gibt. 1491 Schüler
in Niedersachsen und Bayern im Alter von 12-16 Jahren wurden befragt. Die
Ergebnisse dieser Studie stehen noch aus, aber soviel wurde bereits jetzt
bekannt: Es ergibt sich quer durch alle Schultypen in Deutschland ein ähnliches
Bild wie in vielen internationalen Studien: Kinder, die mehr als vier Stunden
pro Tag fernsehen, haben schlechtere Noten als Kinder, die weniger vor der
Glotze sitzen.
"Einen Fernseher sollten nur Kinder bekommen, die fest verankert sind im
Leben, die Interessen und Freund haben, die oft rausgehen und die den
verantwortlichen Umgang mit dem Medium gelernt haben" meint Prof. Christian
Pfeiffer, Leiter des KFN.
Der HSO 2007 e.V. schließt sich der Meinung von Prof. Pfeiffer absolut an.
Mediensucht entsteht oft bereits im Kinderzimmer, und hier sind die Eltern in
der Verantwortung, dies von Anfang an nicht auch noch zu fördern. Durch unsere
geplanten Aufklärungskampagnen werden wir vor allem auch im Elternhaus
Sensibilität wecken, die Kinder nicht aus purer Bequemlichkeit zur Medienabhängigkeit
zu erziehen."
Second Life
(ein Artikel von Gabriele Farke, 01.02.07)
Erschreckt Euch
diese "zweite Welt" nicht ebenso wie mich?
Hier wird von tüchtigen Geschäftsleuten ein 2. Leben geschaffen, das die Flucht
aus dem Alltag ermöglicht. Second Life ist kein Spiel mehr, Second Life ist die
Versündigung am Leben, so jedenfalls ist meine persönliche Meinung dazu.
Klar, es ist toll, was Menschen heute alles schaffen können. Es ist
verführerisch, so zu sein, wie man es sich vorstellt. Gibt es die Möglichkeit
des Klonens schon in Second Life? Genial, diese Idee, nicht wahr?
Ich bin schon jetzt davon überzeugt, dass wir er hier mit einer erschreckenden
Zahl von Abhängigen zu tun haben werden, die erwachsen sind und denen unser
einziges, richtiges Leben nicht mehr schmeckt. Ob Gott das alles so gemeint hat,
als er uns schuf?
Die zusätzliche Gefahr im Vergleich zu bisherigen PC-Spielen ist die
Möglichkeit, auch ganz real Geld zu verdienen, indem man seine Ideen in Second
Life einbringt. Wozu noch aufstehen, Zähne putzen, mit Frau und Kindern reden?
Sogar Sex gibt es in meinem zweiten Leben. Ein Mausklick genügt, und ich habe
alle Chancen, alle Möglichkeiten der Welt. Und wer weiß, sollte ich in Second
Life dann mal scheitern, wird es ein Third Life geben, ganz sicher.
Letzte Nacht träumte ich, ich solle einen Laden in Second Life einrichten, nein,
eine Ladenkette. Es wäre eine Ladenkette namens "First Life". Die einzelnen
Läden hätten folgenden Firmenschilder wie: "Wiese", "Tiere", "Berührungen",
"Festlichkeiten", "Menschlichkeit", "Sterne", "Geschmack", "Geburt" und "Mein
Schöpfer". In "Geburt" und "Mein Schöpfer" würden aber keine Spielhersteller
ihre Genialität (?) vorstellen!!!!
Eines Tages werden diese Räume überlaufen sein. Unsere "Second Generation" wird
nicht mehr wissen, wie eine frisch gemähte Wiese riecht, wie eine Geburt
vonstatten geht und wie ein Rumpsteak schmecken kann. Schon gar nicht, was ein
Sozialstaat ist und was "Familie" bedeutet im ursprünglichen Sinn. Ob es im
zweiten Leben auch Pflegekräfte gibt? Essen auf Rädern und
Suchtberatungsstellen?
Arme Welt, in der wir uns ein zweites Leben schaffen müssen, weil wir im ersten
gescheitert sind!
Bitte lassen Sie es nicht so weit kommen, dass wir nur noch "mausgesteuerte" Wesen sind. Manches, das erfunden wird, ist sicherlich genial und phantastisch. Aber würden diese Ideen nicht in einem Kinofilm, einer Fernsehserie besser untergebracht sein? Müssen die Menschen mit solchen Verführungen real aus ihrem Alltag gerissen werden, um diesen Irrsinn mitzumachen? Science Fiction live?
Gabriele Farke
Erste Hilfe bei Online-Spielsucht
Kinder und Jugendliche, die
diesem Rollenspiel verfallen sind, LEBEN in diesem Spiel, in ihrem
"erarbeiteten Charakter" und mit ihren virtuellen Freunden und
Gegnern. Sie haben viel Zeit damit verbracht, gewisse Führungs- und
Vorbildfunktionen in dem Spiel angenommen zu haben, und es ist brandgefährlich,
Sohn oder Tochter von jetzt auf gleich aus diesem virtuellen Wahn zu reißen!
Nicht selten drohen Jugendliche in einem solchen Fall mit Selbstmord oder
damit, von zu Hause auszureißen. Nehmen Sie diese Drohungen ernst, wir können
es Ihnen nur eindringlich raten! Leider ist manchen Eltern der Vorwurf nicht zu
ersparen, dass sie die Interessen und das veränderte Verhalten ihres
Sprösslings schon viel eher hätten ernst nehmen sollen! Aber können wir unsere
Kinder den ganzen Tag beobachten?
Dennoch kristallisiert sich in unseren Beratungen heraus, dass dieses Verbot
oft gerade bei Spielsüchtigen - zumindest zeitweise - der einzige Weg ist, um
den Betroffenen wieder in die reale Welt zurückzuholen. Das muss individuell
entschieden werden, und im Zweifel holen Sie sich vor Ort therapeutischen und
begleitenden Beistand!
Sollten Sie nicht sehr
großes Glück haben und Ihr Kind jetzt von allein einsehen, dass sein Leben so
nicht weitergehen kann, dann steht fest, dass die Kids sich irgendeine
Möglichkeit schaffen, wieder online gehen zu können! Machen Sie sich nichts
vor, wenn Ihr Kind oder Partner süchtig ist, dann kann nur der eigene Wille
aus der Sucht führen! Oft wird diese Sucht bei Ihren Kindern und/oder
Partner/innen immer noch verharmlost und beschönigt, aber wir fragen uns: "Worauf
warten Sie denn noch?"
Unser Rat an alle verzweifelten Eltern ist, dass Sie mit Ihrem Sohn/ Ihrer
Tochter in Ruhe sprechen und gemeinsam einen genauen Plan ausarbeiten! Zeigen
Sie sich interessiert und lassen Sie sich mal erklären, wie das Spiel
funktioniert und was den Reiz und die anscheinend ständige Anwesenheit Ihres
Kindes (Partners) erfordert. Auch wenn es Ihnen schwer fällt, akzeptieren Sie,
dass Ihr Sprössling und/oder Partner nicht auf das Spiel verzichten will (noch
nicht) und vereinbaren Sie exakte Online-Zeiten! Bedenken Sie, dass hier nicht
nur die Spielzeit, sondern auch die Zeiten für den E-Mail-Verkehr, fürs
Chatten, für Hausaufgaben bzw. Weiterbildung etc. berücksichtigt werden müssen.
Gehen Sie diese Zeiten gemeinsam durch und beginnen Sie, die Zeiten nach
Absprache schriftlich auf dem Plan zu reduzieren! Ziehen Sie nach Ablauf dieser
vorgegebenen Zeit die Tastatur ein und schließen Sie sie weg! Sie müssen hier konsequent
sein, sonst bringt das gar nichts! Vertrauen ist gut, aber einem Süchtigen darf
man nicht vertrauen, ... kontrollieren Sie! Nicht ständig, aber ab und zu. Wir
wissen, dass dies viel Arbeit und gute Nerven, vor allem aber auch Zeit und Zuwendung
von den Eltern und Angehörigen erfordert. Aber fragen Sie sich, was Sie wollen!
Wollen Sie Ihrem Sohn/Ihrer Tochter/Ihrem Partner wirklich helfen oder wollen
Sie eigentlich nur Ihre Ruhe und jetzt rasch einen Königsweg finden, um den
Betroffenen vom Spiel wegzubekommen?
Onlinespielsucht bei Kindern: Arbeiten Sie mit Belohnungen (z.B. eine
Städtereise/ Bildungsurlaub, auf jeden Fall etwas, das in der REALITÄT
stattfindet) und Bestrafungen (bitte kein Hausarrest, evtl. kommt
Taschengeldkürzung in Frage?)! Streichen Sie in jedem Fall die monatliche
Abbuchung für das Spiel! Sollte Ihr Kind schon über 18 Jahre alt sein, lassen
Sie sich nicht damit abspeisen, dass er/sie ja "erwachsen" sei. Solange
Ihr Kind bei Ihnen und von Ihnen lebt, haben Sie nicht nur das Recht, sondern
auch die Pflicht, beim Ausstieg aus der Sucht zu helfen und hausinterne Regeln
aufzustellen! Kommt Ihnen so etwas nicht bekannt vor aus Ihrer eigenen
Kindheit? „Solange du die Beine unter meinen Tisch stellst, .....“ Aber Hand
aufs Herz, hat es uns geschadet?
Informieren Sie sich über Kindersicherungsprogramme, vor allem auch über die
"Elternfreigabe" beim Spiel "World of Warcraft" (siehe
unter http://faq.wow-europe.com/de/article.php?id=893.).
Installieren Sie dieses Programm! Falls Sie alleine damit nicht
zurechtkommen, holen Sie sich Hilfe in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder
in einem Fachgeschäft! Suchen Sie notfalls einen Therapeuten auf, der Sie in
Ihren Aktivitäten unterstützt. Für den Betroffenen macht dieser Gang zum
Therapeuten aber erst Sinn, wenn er selbst eingesehen hat, dass er/sie süchtig
ist. Sie finden die Kontaktadressen der uns derzeit bekannten Therapeuten, die
Behandlungserfahrung mit Onlinesüchtigen mitbringen, im Anhang.
Nur 45 Prozent aller Eltern wissen, wie sie ihre Kinder technisch vor
gefährlichen Inhalten im Internet schützen können. Aber Sie können auch SICH
SELBST schützen!
Mit den unten aufgeführten
Sicherheitsprogrammen können Sie beispielsweise festlegen,
· wie
lange und zu welchen Zeiten der Internet-Nutzer den PC benutzen darf
· ob
Downloads aus dem Internet gestattet werden
·
welche Seiten im Internet gesperrt werden sollen (pornografische
Inhalte, jugend-
feindliche Inhalte)
· ob
er Zugriff auf die Systemeinstellungen erlaubt oder verwehrt werden soll
· ob
Laufwerke versteckt werden sollen
·
welche Spiele genutzt oder angewendet werden dürfen
· ob Sie ein Protokoll einsehen wollen, wann
und wie lange ein Benutzer den PC benutzt
oder im Internet gesurft hat.
Empfehlenswerte Schutzprogramme:
· http://www.tss-productions.de/wintimer/index.htm
· http://www.kindersicherung.de
· http://www.kindersicherung-internet.de
· http://www.kidkey.net/de/index.php
· http://www.tucows.com/preview/336406.html
· http://www.inet-patrol.de.vu/
Ein
Betroffener „Gamer“ (Online-Spieler) selbst schlägt vor:
Allen
Eltern, deren minderjährige Kinder WOW verfallen sind, kann ich zu folgenden
Schritten raten:
1. Mittels Accountdaten (Name des Spielers, Passwort) die Kindersperre
aktivieren. Somit kommt der Sprössling nicht ins Spiel, außer die Sperre
erlaubt es.
2. World of Warcraft kostet Geld... zur Zeit 12.99 Euro im Monat bei
monatlicher Zahlung. Nun kann man das über eine Kreditkarte, Bankeinzug,
T-Online Rechnung, Paypal ( glaub ich ) oder Gamecard machen. All dies kann man
als Erziehungsberechtigte überwachen und abschalten.
3.
Sofern man sich mit PC etc. auskennt. Das Spiel von der Festplatte löschen und
anschließend die CDs wegnehmen. Oder auch Maus, Tastatur, Netzstecker etc.
einziehen.
4. Sicherlich haben schon viele mit den Kindern/Jugendlichen gesprochen. Es
wäre vielleicht auch einen Versuch wert, den Betroffenen die verbrachte Zeit in
dem Spiel darzulegen. Viele verlieren ja jegliches Zeitgefühl, da beim Spielen
die Zeit subjektiv viel schneller vorbei geht.
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Der HSO 2007 e.V. führt übrigens neben den „normalen“ Beratungsgesprächen auch Vermittlungsgespräche (Mediation) in den Familien durch. Ähnlich wie eine „Nanny“ kommen wir ins Haus, vermitteln hier sachlich und erarbeiten gemeinsam mit allen Beteiligten eine Annäherung zwischen den Vorstellungen der Eltern und denen der Kinder. Weitere Informationen finden Sie ---> HIER!
E-Mail: HSO2007eV@aol.com
*** Christine und Christoph Hirte haben eine Initiative betroffener Eltern gegründet, siehe:
"Wir
haben unseren Sohn an World of Warcraft verloren."