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    Online-Sexsucht

    Im Laufe unserer Beratungstätigkeit scheint uns eine Verlagerung des Onlinesucht-Problems stattgefunden zu haben. Waren es anfangs meist Betroffene aus dem Bereich der Kommunikation (Chatten, Mailen), so haben wir heute sehr häufig mit Onlinesexsüchtigen zu tun. Auch Onlinesex ist (noch) ein gesellschaftliches Tabuthema und wird meist nur anonym von den Betroffenen bekannt. Es ist anzunehmen, dass gut 90 % der Onlinesüchtigen aus dem Kommunikationsbereich auch Cybersex in einer mehr oder minder exzessiven Form betreiben, wobei nicht jeder Onlinesüchtige zwangsläufig online-sexsüchtig sein muss, um dies deutlich zu sagen.

     

    Was ist das überhaupt - Cybersex?

    Cybersex nennt man die verbale und visuelle Form von Erotik und Sex, die letztlich zur phantasievollen Selbstbefriedigung dient – so einfach ist das ;-) Es handelt sich um geschriebene Worte oder Bilder, um den „Gesprächspartner“ sexuell aufzuheizen. Was danach folgt, bleibt ganz und gar Ihrer Phantasie überlassen. Solche Chats finden übrigens nicht zwangsläufig „unter der Gürtellinie“ statt, sondern können durchaus niveau- und lustvoll sein, das mag dem Geschmack der jeweils Beteiligten überlassen bleiben. In einer aufgeklärten Gesellschaft sollte dies – in einem gesunden Maße - nichts Verwerfliches mehr sein, wäre da nicht die Gefahr, auch von dieser Form der Selbstbefriedigung immer mehr haben zu wollen und somit davon abhängig (online-sexsüchtig) zu werden.  Schließlich erscheint Onlinesex den Betroffenen weitaus problemloser und unkomplizierter als realer Sex mit realen Partner/innen.

     

    Dabei ist es unerheblich, ob die Abhängigkeit sich auf das Betrachten oder „Runterladen von Sex-Pics oder -Videos“ (Speichern von Akt-Fotos oder Videos auf dem Rechner) oder auf interaktive Sex-Konversation (dirty talk[1]) bezieht. Beides kommt letztlich auf das Gleiche hinaus.

     

    Lesen Sie hier:
    Wie es ist, süchtig nach Sexfilmen aus dem Web zu sein ....
     

    Bekenner schreiben:

    Online-Sex ist einfacher als realer Sex

    Zuletzt fand ich es sehr interessant, dass ich mir in der Zeit meiner Internetsexsucht nicht die Mühe machte, mich um Sexualpartnerinnen zu kümmern. Tatsächlich hatte ich ja immer eine befriedigende Möglichkeit zur Triebabfuhr. Ich sah eine attraktive Frau und mein Gedanke war nicht, wie ich mich ihr nähern könnte, sondern dass ich schnell nach Hause muss, um mich zu befriedigen. Ich habe über Jahre hinweg überhaupt nicht mehr die nötige sexuelle Energie aufgebaut, um eine Sexualpartnerschaft einzugehen.

    Genau hier liegt ein ganz böser vermeintlicher Vorteil der Internetsexsucht: Dadurch, dass ich meine Triebe ständig stressfrei abbauen konnte, war ich auch vor den Unsicherheiten und den Verletzungsmöglichkeiten einer Beziehung geschützt. Aber mal ehrlich: Leben ist doch was anderes!

    Wenn du es also durch solche und ähnliche Argumente geschafft hast, eine negative Einstellung zu deiner Sucht aufzubauen und aufhören willst, kommt der zweite Schritt: Lege einen Tag fest, vielleicht nächste Woche, vielleicht nächsten Monat, an dem du aufhören wirst, von dem ab du dir auch das klitzekleinste bisschen Pornographie nicht mehr anschauen wirst. Jedes Sexbild ist bereits der Beginn eines Rückfalls. Du musst absolut konsequent sein, und zwar für den Rest der Ewigkeit. Nikotinkonsum ist eine absolut sinnlose Sache und man kann ohne Nikotin völlig unbeeinträchtigt leben. Bei der Internetsexsucht ist das etwas schwieriger, weil ein normaler Mensch sowohl den Computer als auch eine regelmäßige Triebabfuhr braucht. Könnte man einfach sein Modem wie eine Schachtel Kippen auf den Müll werfen, wäre es einfach, sich von der Sucht zu befreien.

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    Hallo
    Ich bin froh, wenigstens eine Seite im Netz gefunden zu haben, die sich mit dem Thema Onlinesexsucht beschäftigt.

    Ich weiß leider nicht mehr, wie weiter. Ich habe seit mehr als einem Jahr das Riesenproblem, von Telefonsex nicht loszukommen (ungefähr seit Ende der Schule). Ich bin Student, kein eigenes Einkommen und jeden Monat droht die Rechnung. Mittlerweile habe ich schätzungsweise 1.000 Euro ausgegeben und habe keine Ahnung, wie ich mich stoppen kann. 0900-er Nummern habe ich zwar für mein Handy gesperrt, aber man kann diese Sperren auch umgehen über so genannte Auskunftsdienste. Es gibt mir sekundenlang einen wahnsinnigen Kick, danach falle ich wieder zurück in ein absolut schwarzes Loch. Das geht einher mit (an einigen Tagen sehr starken) Pornografiekonsum.

    Ich weiß nicht, wie ich daraus kommen kann. Schreibarbeiten für die Uni kann ich nicht mehr bewerkstelligen, ich bin ja damit auf einen PC angewiesen. Ich bewege mich gerade in einer Endlosschleife.

     

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    Online-Sex – die unkomplizierte(re) Form einer Beziehung?

     

    Die sich meist wiederholenden Argumente von Onlinesex-Praktizierenden bzw. - Süchtigen für ihr Verhalten sind:

     

    • Ausleben und Erweiterung der sexuellen Phantasien, was mit dem realen Partner oft nicht gewagt wird oder nicht gewollt ist
    • Schneller und jederzeitiger Zugriff auf adäquate Gesprächspartner im Internet, die ebenfalls den dirty-talk suchen, der zur (Selbst-)Befriedigung dient
    • Ausleben der Macht über das andere Geschlecht (teilweise werden Wetten abgeschlossen, dass es beispielsweise jemandem gelingt, den anderen innerhalb weniger Minuten „heiß und willig“ zu machen)
    • Aufgrund der Anonymität und Distanz = keine Beziehungsprobleme, sondern die komplikationslose Möglichkeit der Befriedigung per Mausklick
    • Schutz vor Krankheiten bei wechselnden Partnern
    • Finanzielle Gründe (das Geld für Pornozeitschriften, Videos, Bordelle etc. wird gespart)
    • Vereinfachte Partnersuche (im Vorfeld werden gern sexuelle Gemeinsamkeiten/ Neigungen eruiert)
    • „Anheizen“ als Vorspiel zum Telefonsex

     

     Sind Sie überhaupt onlinesexsüchtig ?

    Der folgende Fragebogen bringt Sie vielleicht ein Stückchen  weiter.
    Online Sexual Addiction Questionnaire (OSA-Q)
    D.E. Putnam, 1999

    1. Verbringen Sie mehr Zeit als Sie möchten mit sexuellem Material?

    2. Sind Sie je dabei ertappt worden, wie Sie sexuelles Material auf Ihrem Computer angeschaut haben?

    3. Haben Sie sich vorgenommen, Ihr sexuelles Verhalten im Internet zu beenden und haben es dann nicht gehalten?

    4. Haben Sie sich jemals über sich selbst aufgeregt, dass Sie so viel Zeit mit der Suche nach Sex oder sexuellem Material im Internet verbringen?

    5. Haben Sie jemals am Computer masturbiert, während Sie online Pornographie angeschaut oder Online-Sex mit anderen praktiziert haben?

    6. Brauchen Sie sexuelle Bilder oder sexuelle Kontakte, die immer anschaulicher werden als diejenigen, die sie bisher angesehen oder erfahren haben, um den gleichen Grad an sexueller Lust zu erreichen?

    7. Verlieren Sie das Interesse an bisher angesehener Pornographie oder an den bisherigen sexuellen Kontakten mit Online-Partnern und brauchen Sie neues sexuelles Material oder neue Kontakte, um den gleichen Grad an sexueller Lust zu erreichen wie vorher?

    8. Geben Sie Geld für sexuelles Material oder sexuelle Kontakte auf entsprechenden Webseiten aus?

    9. Haben Sie während der Arbeitszeit sexuelles Material im Internet angeschaut oder online sexuelle Kontakte gehabt?

    10. Hat Ihnen jemals jemand gesagt, dass Sie zu viel Zeit vor dem Computer oder im Internet verbringen?

    11. Haben Sie jemals Zeit mit sexuellem Material im Internet verbracht oder sexuelle Kontakte online praktiziert, wenn Sie in diese Zeit auch mit Ihrer Familie, mit Freunden oder einem Liebespartner hätten verbringen können?

    12. Haben Sie durch Ihr sexuelles Verhalten im Internet Probleme mit Ihrer Familie, mit Freunden oder einem Liebespartner bekommen?

    13. Wenn Sie nicht online sind, denken Sie dann daran wieder online zu gehen, um sexuelle Web-Seiten zu besuchen oder sexuelle Kontakte online herzustellen?

    14. Haben Sie Sex-Seiten, die Sie regelmäßig daraufhin überprüfen, ob sie aktualisiert wurden?

    15. Haben Sie versucht, Ihr sexuelles Verhalten im Internet dadurch zu beenden, dass Sie beispielsweise Ihre Favoriten-Liste für Sex-Seiten gelöscht haben?

    16. Haben Sie versucht, Ihr sexuelles Verhalten im Internet zu beenden und hatten dann den starken Wunsch, es wieder aufzunehmen?

    17. Haben Sie beim Sex mit einem realen Partner an Personen gedacht, die Sie auf pornographischen Seiten im Internet gesehen haben oder mit denen Sie Online-Sex hatten?

    18. Haben Sie Kreditkarten-Schulden aufgrund von Gebühren, die Sie im Internet für sexuelles Material ausgegeben haben?

    19. Schämen Sie sich oder fühlen Sie sich schuldig, nachdem Sie im Internet Pornographie angesehen haben oder sexuelle Kontakte hatten?

    20. Haben Sie jemals Angst gehabt, man könnte Sie bei Masturbieren vor dem Computer ertappen?

    21. Haben Sie sich je darüber Gedanken gemacht, wie Sie es vermeiden können, dass man Sie beim Anschauen von Internet-Pornographie oder bei sexuellen Kontakten im Internet ertappt?

    22. Kommen Sie eher zum Höhepunkt, wenn Sie bei Internet-Pornographie oder mit einem sexuellen Online-Partner masturbieren als beim Sex mit einem realen Partner?

    23. Masturbieren Sie bei sexuellem Material im Internet, weil dies für Sie leichter ist, als eine reale sexuelle Beziehung zu finden oder aufrechtzuerhalten?

    24. Machen Sie sich Sorgen darüber, dass Ihr sexuelles Verhalten im Internet außer Kontrolle geraten ist?


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    Wenn 5 oder mehr Fragen mit JA beantwortet wurden, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Problem mit Online-Sexsucht vor.



    Erste Hilfe bei Online-Sexsucht

    Grundsätzlich liegt die Entscheidung ganz allein bei Ihnen, ob Sie Ihren Rechner einfach abschalten oder sich an einen disziplinierten Umgang damit gewöhnen wollen. Letzteres halten wir für langfristig erstrebenswert und erfahrungsgemäß absolut realisierbar. Neben den oben bereits erwähnten  „Brücken“ ist bei einer langjährigen Sexsucht aber oft auch eine Therapie notwendig. Das kann nur im Einzelfall entschieden werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit dem Betroffenen zu arbeiten. Schritt für Schritt wird er/sie so wieder in „normale Bahnen“ gelenkt und lernt, seine Sexualität real auszuleben. 

    Es gibt verschiedene Selbsthilfegruppen für Sexsüchtige und deren Angehörige:

    ·         S-Anon, Kreuzstraße 13, 76133 Karlsruhe (Angehörige), E-Mail: deutsch@sa.org

    ·         AS-Anonyme Sexaholiker, Postfach 1262, 76002 Karlsruhe

    ·         SLAA, Sex- und Liebessüchtige Anonym - The Augustine Fellowship, Postfach 1352, 65003 Wiesbaden E-Mail: SLAA-Dienstbuero@gmx.de

    - Dort nennt man Ihnen sicher auch Anlaufstellen in Ihrer näheren Umgebung -


    Wir vom HSO2007 e.V. führen seit einigen Jahren erfolgreich Beratungen für Onlinesexsüchtige und/oder deren Angehörige durch, siehe www.onlinesucht.de/berkos.htm  

    Manch ein Betroffener ist vielleicht noch nicht soweit, sich real einem Therapeuten anzuvertrauen. Oder er/sie kann sich vielleicht 'face to face' nicht so gut ausdrücken wie im geschriebenen Wort? Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann können Sie uns Ihr Problem gern in einer E-Mail schildern.


    HSO2007eV@aol.com 

     

    Die E-Mail-Beratung hat den Vorteil, dass Sie sich Ihre Fragen "schwarz auf weiß" ansehen und vorher gut überlegen können. Wir haben als Referenz unsere neunjährige Erfahrung in der Onlinesuchtberatung anzugeben.

    Unter www.onlinesucht.de können Sie sich u.a. einen ersten Eindruck verschaffen, wie ernst wir unsere Arbeit nehmen und wie positiv Betroffene unsere Dienste bewerten. Das Ziel unserer Beratungstätigkeit ist nicht, dass Sie auf das Internet oder Ihre Selbstbefriedigung verzichten werden, sondern Sie sollen lernen, richtig und bewusst damit umzugehen!

    Unsere Beratungen verlaufen so, dass der Betroffene uns zunächst sein Verhalten im Internet schildert. Wir müssen  ihm einige intime Fragen stellen, die er uns ehrlich beantworten müsste. Es ist wichtig zu wissen, WAS er (oder sie) im Internet sucht. Wenn wir das herausgefunden haben, entwickeln wir je nach Sachlage und Fall einige Lösungsstrategien.

    Wir haben bisher gute Erfolge vor allem bei Onlinesexsüchtigen zu verzeichnen, denn ganz oft steckt gar nicht das "ganz große Problem" hinter dieser Verhaltensstörung, sondern es sind die kleinen Dinge, die dem Betroffenen oft nicht bewusst waren. Manchmal wird aber dennoch die Behandlung eines Therapeuten oder Arztes notwendig, wobei wir bei der Vermittlung dieser Ansprechpartner gern zur Verfügung stehen.

    Mit Hilfe von Erfahrungswerten führen wir den Betroffenen dann dahin, dass seine Anwendungszeit im Internet immer weniger wird. Der Idealfall ist, dass er sich wieder zu 100 % dem realen Leben zuwendet und das, was er online sucht, real auszuleben lernt. Der Vorteil dieser Beratung ist, dass der Betroffene sich uns gegenüber niemals zu erkennen geben muss, die Beratung kann völlig anonym verlaufen. Das garantiert, dass der Betroffene ganz und gar ehrlich sein kann und wir uns so ein viel besseres Bild verschaffen können als eine Person, dem der Betroffene direkt gegenübersitzt.

    In der Regel haben wir kaum Wartezeiten, obwohl wir uns jedem Fall sehr persönlich und individuell widmen und es keinen Sinn macht, Massenberatungen durchzuführen. Fragen Sie bei Interesse die Kosten und den nächstmöglichen Termin bitte per E-Mail bei uns an.

    Wenn Sie anonym bleiben möchten, schreiben Sie uns unter einem erfundenen Benutzernamen (Pseudonym). Es gibt im Internet jede Menge freie E-Mail-Dienste, bei denen Sie unter "FREE-MAIL" eine kostenlose, anonyme E-Mail-Adresse einrichten können (z.B. web.de, gmx.de oder yahoo.de).  Sie brauchen sich uns gegenüber nicht mit Ihrer wahren Identität erkennen zu geben, sollten die Beratung allerdings dennoch ernst nehmen!

     

    Bitte beachten Sie, dass diese E-Mail-Adresse für die Dauer unserer Korrespondenz eingerichtet bleiben sollte und von Ihnen regelmäßig abgerufen wird, denn wir antworten Ihnen dann nur an diese Adresse.

    Wir würden uns freuen, Sie durch unsere Beratung wieder in eine harmonische Lebensqualität zurückzuführen.

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     Sollten Sie zu der Gruppe von Betroffenen gehören, die immer wieder nach dem „perfekten Bild“ im  Internet suchen?

     Dann schreiben Sie sich bitte jetzt gleich auf ein großes weißes Blatt Papier:

     Das perfekte Bild gibt es nur in meiner Phantasie.

    Ich finde es nicht im Internet!

     

    Bitte halten Sie dieses Blatt griffbereit, evtl. unter Ihrer Schreibtischunterlage. Beim nächsten Verlangen, sich ins Internet einzuloggen und wenn Sie Gefahr laufen, wieder stundenlang hängen zu bleiben, schreiben Sie sich HIER auf dieses Blatt unten das Datum, die Uhrzeit und eine maximale Verweildauer ein. Stellen Sie einen Alarm für diese von Ihnen vorgegebene Zeit. Und dann wird es schwierig. Sie fahren SOFORT den Rechner runter, loggen sich aus, wenn dieser Alarm klingelt (evtl. Wecker im Handy). Ohne wenn und aber, auch wenn Sie gerade wieder ganz besonders erregt sein sollten. Rechner aus!

    Notieren Sie, ob es geklappt hat, haken Sie diese Zeile ab oder schreiben Sie in ROT Ihre Verfehlungszeit dazu. Beginnen Sie mit dem Erstellen des Papiers heute noch!!

     

    Hier noch ein Artikel, den wir zum Thema Onlinesexsucht geschrieben, aber bisher nicht veröffentlicht  haben:

    In den letzten Jahren ist eine neue Form der Sexualität auf dem Vormarsch, die mit Hilfe des PCs und insbesondere über einschlägige Angebote des Internets praktiziert wird. Cybersex ist die verbale Form von Erotik und Sex, die zur phantasievollen Selbstbefriedigung dient. Es handelt sich um geschriebene Worte in E-Mails oder Chatrooms, um den 'Gesprächspartner' sexuell aufzuheizen. In einer aufgeklärten Gesellschaft sollte dies - in einem gesunden Maße - nichts Verwerfliches mehr sein, wäre da nicht die Gefahr, auch von dieser Form der (Selbst-)Befriedigung immer mehr haben zu wollen und somit davon abhängig (online-sexsüchtig) zu werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Abhängigkeit sich auf das Betrachten oder den Download von Sex-Pics, -Videos bezieht oder auf die interaktive Sex-Konversation.

    Eine Studie amerikanischer Sexualwissenschaftler ergab, dass etwa ein Prozent der Internet-Nutzer, die im World Wide Web gelegentlich Erotik-Seiten aufrufen, zwanghaft auf der Suche nach Cybersex sind. Geht man von 20 Millionen Menschen aus, die mindestens einmal im Monat erotische oder pornografische Websites besuchen, schätzen die Wissenschaftler die Zahl der Cybersexsüchtigen auf 200.000, Dunkelziffer unbekannt.

    Ein bekennender Onlinesexsüchtiger schreibt in einem Bekennerschreiben: "Ein böser vermeintlicher Vorteil der Internetsexsucht ist: Dadurch, dass ich meine Triebe ständig stressfrei abbauen konnte, war ich auch vor den Unsicherheiten und den Verletzungsmöglichkeiten einer Beziehung geschützt." Oftmals geben Betroffene zu, dass sie im Internet häufig nach erotischen/ pornografischen Ausschweifungen suchen, von denen sie im realen Leben deutlich Abstand nehmen würden.

    Eine Studie der MSNBC ergab, dass bei Personen, die süchtig nach Online-Sex sind, eine drei Mal höhere Gefahr besteht, dass sie im wirklichen Leben an Sexualproblemen leiden (36 Prozent gegenüber 13 Prozent). Des weiteren weisen die Umfrageergebnisse insgesamt auf ein Verhaltensmuster hin, in dem Online-Sexsüchtige als Flucht vor der Wirklichkeit auf Cybersex zurückgreifen. Die Betroffenen leben ihre Phantasien im Internet aus, statt mit ihren Partner/innen an einem Problem zu arbeiten. Anstatt Sport zu treiben, um Stress abzubauen, werden Sex-Seiten angesehen oder die Selbstbefriedigung vor dem Rechner praktiziert. Die Folge davon ist, dass die Probleme im wirklichen Leben nie richtig gelöst werden.

    Was kann aber getan werden, wenn jemand feststellt, dass seine Cyber-Liebesaffäre zunehmend außer Kontrolle gerät oder er bemerkt, dass er immer mehr schlaflose Nächte online verbringt und 'ständig einen weiteren Orgasmus herbeisehnt'? Psychologen empfehlen als ersten Schritt das Gespräch mit einer Vertrauensperson. Sollte der Betroffene danach immer noch das Gefühl haben, auf dem Weg zur Selbstzerstörung zu sein, dann sollte auf bestehende Therapieangebote zurückgegriffen werden. Auch Online-Beratungen können hilfreich sein.

     

    Welche Hilferufe erreichen uns im HSO 2007 e.V. täglich? Erkennen Sie sich wieder?


    1. Pathologisches Sammeln von Pics

    Viele Betroffene geben an, süchtig danach zu sein, jedes neue (eindeutige) Pic im Internet zu finden, es herunterzuladen und auf einem Datenträger zu speichern. Immer wieder wird von Aktenschränken voller CD-ROMs gesprochen bei teilweise doppelter und dreifacher Speicherung der Pics und Avis', wobei das eigentliche Betrachten der Pics danach eher eine untergeordnete Rolle spielt.


    2. Direkte Selbstbefriedigung

    Andere suchen eindeutig und gezielt nach einer Möglichkeit, sich durch Internet-Gespräche unter vier Augen (Telegramm-Funktion, Instant Message) mit einem Gesprächspartner aufzuheizen. Das Ziel ist die möglichst gemeinsame und zeitgleiche Selbstbefriedigung vor dem Rechner. Die Zahl derer, die zusätzlich die Funktion der Web-Cam nutzen, nimmt gewaltig zu oder wurde von den Betroffenen bisher nicht thematisiert.

    Einige bevorzugen das durch den vorangegangenen 'dirty-talk' folgende Telefonat, um gemeinsamen Telefonsex zu praktizieren.


    3. Machtausübung


    Bei der dritten Gruppe spielt die Machtausübung die vordergründige Rolle. Häufig wird berichtet, dass man mit dem anderen Geschlecht 'spielt' und die moralischen Grenzen seines Gegenübers ausloten will. Es werden per E-Mail verschiedene Wünsche geäußert, die später auch in Befehlsform formuliert werden. Der Empfänger solcher sexuellen Aufforderungen berichtet anschließend, ob und wie er den Aufforderungen Folge geleistet hat. Neben der sexuellen (Selbst-)Befriedigung erlebt der dominante Partner solcher 'Spielchen' nicht selten eine Art Machtrausch, wobei die Tabugrenzen mehr und mehr fallen.

    Vor allem diese Machtspiele nehmen zu. Sogenannte dominante Damen und Herren, Sirs oder Ladies, die sich im Internet tummeln und scheinbare Macht über das andere Geschlecht ausüben, glauben nicht selten auch im Alltag fest daran, dass sie Macht besitzen und Forderungen der manchmal unmöglichsten Art an den Geschlechtspartner stellen können. 

    (Gabriele Farke)

     

     

    Jede Sekunde haben Sie die Chance, Ihr Leben zu ändern!

     

    Der HSO 2007 e.V. ist Ihr „Ausstiegspate“!
    Lassen Sie sich beraten!


     
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  • Hilfe finden Sie auch bei den Anonymen Sexaholikern.
     
     
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    Fachliteratur zum Thema "(Online-)Sexsucht":

    • Farke, Gabriele (Herbst 2003): " OnlineSucht. Wenn Mailen und Chatten zum Zwang werden"

    • Mario Brocallo: Der PSratgeber - Ein Selbsthilfe-Skriptum fuer Betroffene und/oder deren Angehoerige
      - bestellbar ueber www.ebooks.eu.tf

    • Wolf Deling: Der sexte Sinn

    • Ralph H. Earle, Mark R. Laaser: "Wenn Bilder süchtig machen"

    • Kornelius Roth: "Wenn Sex süchtig macht"

    • Nicht nur Drogen machen süchtig
    • Covington, Stephanie und Becket, Liana:
      Immer wieder glaubst du, es ist Liebe"

    • Carnes, Patrick:
      "Wenn Sex zur Sucht wird"


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      Im Internet empfehlen sich folgende Informationsseiten zum Thema Onlinesexsucht:

      www.aerztegesundheit.de/sex1.htm
      Sex im Internet
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      Und hier finden Sie einen Fragebogen zu Ihrer Orientierung, ob ein Problem mit Online-Sex vorliegt: Klick HIER


      Englischsprachige Bücher:

    • Virtual Addiction : Help for Netheads, Cyberfreaks, and Those Who Love Them
    • Autor: Dr. David Greenfield, Verlag: New Harbinger Publications


    • Real Solutions for Overcoming Internet Addictions
    • Autor: Stephen O. Watters, Verlag: Vine Books


    • Health Resources Online : A Guide for Mental Health and Addiction SpecialistsHealth Resources Online
    • Autoren: Laurie Sheerer, Colette Kimball, Brian Zevnik, Laurie A. Sheerer
      Verlag: Integrated Publishing


    • The Cybergypsies
    • Autorin: Indra Sinha , Verlag: Scribner


    • Hidden Dangers of the Internet : Using It Without Abusing It
    • Autoren: Gregory L. Jantz, Ann McMurray
      Verlag: Harold Shaw Publications


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      E-Mail an: Hso2007eV@aol.com