Online-Sexsucht
Im Laufe unserer Beratungstätigkeit scheint uns eine Verlagerung des Onlinesucht-Problems stattgefunden zu haben. Waren es anfangs meist Betroffene aus dem Bereich der Kommunikation (Chatten, Mailen), so haben wir heute sehr häufig mit Onlinesexsüchtigen zu tun. Auch Onlinesex ist (noch) ein gesellschaftliches Tabuthema und wird meist nur anonym von den Betroffenen bekannt. Es ist anzunehmen, dass gut 90 % der Onlinesüchtigen aus dem Kommunikationsbereich auch Cybersex in einer mehr oder minder exzessiven Form betreiben, wobei nicht jeder Onlinesüchtige zwangsläufig online-sexsüchtig sein muss, um dies deutlich zu sagen.
Was ist das
überhaupt - Cybersex?
Cybersex nennt man die verbale und visuelle Form von Erotik und Sex, die letztlich zur phantasievollen Selbstbefriedigung dient – so einfach ist das ;-) Es handelt sich um geschriebene Worte oder Bilder, um den „Gesprächspartner“ sexuell aufzuheizen. Was danach folgt, bleibt ganz und gar Ihrer Phantasie überlassen. Solche Chats finden übrigens nicht zwangsläufig „unter der Gürtellinie“ statt, sondern können durchaus niveau- und lustvoll sein, das mag dem Geschmack der jeweils Beteiligten überlassen bleiben. In einer aufgeklärten Gesellschaft sollte dies – in einem gesunden Maße - nichts Verwerfliches mehr sein, wäre da nicht die Gefahr, auch von dieser Form der Selbstbefriedigung immer mehr haben zu wollen und somit davon abhängig (online-sexsüchtig) zu werden. Schließlich erscheint Onlinesex den Betroffenen weitaus problemloser und unkomplizierter als realer Sex mit realen Partner/innen.
Dabei ist es unerheblich, ob die Abhängigkeit sich auf das Betrachten oder „Runterladen von Sex-Pics oder -Videos“ (Speichern von Akt-Fotos oder Videos auf dem Rechner) oder auf interaktive Sex-Konversation (dirty talk[1]) bezieht. Beides kommt letztlich auf das Gleiche hinaus.
Lesen Sie hier:
Wie es ist, süchtig nach Sexfilmen aus dem Web zu sein ....
Bekenner schreiben:
Online-Sex ist
einfacher als realer Sex
Zuletzt fand ich
es sehr interessant, dass ich mir in der Zeit meiner Internetsexsucht nicht die
Mühe machte, mich um Sexualpartnerinnen zu kümmern. Tatsächlich hatte ich ja
immer eine befriedigende Möglichkeit zur Triebabfuhr. Ich sah eine attraktive
Frau und mein Gedanke war nicht, wie ich mich ihr nähern könnte, sondern dass
ich schnell nach Hause muss, um mich zu befriedigen. Ich habe über Jahre hinweg
überhaupt nicht mehr die nötige sexuelle Energie aufgebaut, um eine
Sexualpartnerschaft einzugehen.
Genau hier liegt
ein ganz böser vermeintlicher Vorteil der Internetsexsucht: Dadurch, dass ich
meine Triebe ständig stressfrei abbauen konnte, war ich auch vor den
Unsicherheiten und den Verletzungsmöglichkeiten einer Beziehung geschützt. Aber
mal ehrlich: Leben ist doch was anderes!
Wenn du es also
durch solche und ähnliche Argumente geschafft hast, eine negative Einstellung
zu deiner Sucht aufzubauen und aufhören willst, kommt der zweite Schritt: Lege
einen Tag fest, vielleicht nächste Woche, vielleicht nächsten Monat, an dem du
aufhören wirst, von dem ab du dir auch das klitzekleinste bisschen Pornographie
nicht mehr anschauen wirst. Jedes Sexbild ist bereits der Beginn eines
Rückfalls. Du musst absolut konsequent sein, und zwar für den Rest der
Ewigkeit. Nikotinkonsum ist eine absolut sinnlose Sache und man kann ohne
Nikotin völlig unbeeinträchtigt leben. Bei der Internetsexsucht ist das etwas
schwieriger, weil ein normaler Mensch sowohl den Computer als auch eine
regelmäßige Triebabfuhr braucht. Könnte man einfach sein Modem wie eine
Schachtel Kippen auf den Müll werfen, wäre es einfach, sich von der Sucht zu
befreien.
............................
Hallo
Ich bin froh, wenigstens eine Seite im Netz gefunden zu haben, die sich mit dem
Thema Onlinesexsucht beschäftigt.
Ich weiß leider nicht mehr,
wie weiter. Ich habe seit mehr als einem Jahr das Riesenproblem, von Telefonsex
nicht loszukommen (ungefähr seit Ende der Schule). Ich bin Student, kein
eigenes Einkommen und jeden Monat droht die Rechnung. Mittlerweile habe ich
schätzungsweise 1.000 Euro ausgegeben und habe keine Ahnung, wie ich mich stoppen
kann. 0900-er Nummern habe ich zwar für mein Handy gesperrt, aber man kann
diese Sperren auch umgehen über so genannte Auskunftsdienste. Es gibt mir
sekundenlang einen wahnsinnigen Kick, danach falle ich wieder zurück in ein
absolut schwarzes Loch. Das geht einher mit (an einigen Tagen sehr starken)
Pornografiekonsum.
Ich weiß nicht, wie ich daraus kommen kann. Schreibarbeiten für die Uni kann
ich nicht mehr bewerkstelligen, ich bin ja damit auf einen PC angewiesen. Ich
bewege mich gerade in einer Endlosschleife.
.............................................................
Online-Sex – die
unkomplizierte(re) Form einer Beziehung?
Die sich meist wiederholenden
Argumente von Onlinesex-Praktizierenden bzw. - Süchtigen für ihr Verhalten
sind:
Sind Sie
überhaupt onlinesexsüchtig ?
Der
folgende Fragebogen bringt Sie vielleicht ein Stückchen weiter.
Online Sexual Addiction Questionnaire (OSA-Q)
D.E. Putnam, 1999
1. Verbringen Sie mehr
Zeit als Sie möchten mit sexuellem Material?
2. Sind Sie je dabei ertappt worden, wie Sie sexuelles Material auf Ihrem
Computer angeschaut haben?
3. Haben Sie sich vorgenommen, Ihr sexuelles Verhalten im Internet zu beenden
und haben es dann nicht gehalten?
4. Haben Sie sich jemals über sich selbst aufgeregt, dass Sie so viel Zeit mit
der Suche nach Sex oder sexuellem Material im Internet verbringen?
5. Haben Sie jemals am Computer masturbiert, während Sie online Pornographie
angeschaut oder Online-Sex mit anderen praktiziert haben?
6. Brauchen Sie sexuelle Bilder oder sexuelle Kontakte, die immer anschaulicher
werden als diejenigen, die sie bisher angesehen oder erfahren haben, um den
gleichen Grad an sexueller Lust zu erreichen?
7. Verlieren Sie das Interesse an bisher angesehener Pornographie oder an den
bisherigen sexuellen Kontakten mit Online-Partnern und brauchen Sie neues
sexuelles Material oder neue Kontakte, um den gleichen Grad an sexueller Lust
zu erreichen wie vorher?
8. Geben Sie Geld für sexuelles Material oder sexuelle Kontakte auf
entsprechenden Webseiten aus?
9. Haben Sie während der Arbeitszeit sexuelles Material im Internet angeschaut
oder online sexuelle Kontakte gehabt?
10. Hat Ihnen jemals jemand gesagt, dass Sie zu viel Zeit vor dem Computer oder
im Internet verbringen?
11. Haben Sie jemals Zeit mit sexuellem Material im Internet verbracht oder
sexuelle Kontakte online praktiziert, wenn Sie in diese Zeit auch mit Ihrer
Familie, mit Freunden oder einem Liebespartner hätten verbringen können?
12. Haben Sie durch Ihr sexuelles Verhalten im Internet Probleme mit Ihrer
Familie, mit Freunden oder einem Liebespartner bekommen?
13. Wenn Sie nicht online sind, denken Sie dann daran wieder online zu gehen,
um sexuelle Web-Seiten zu besuchen oder sexuelle Kontakte online herzustellen?
14. Haben Sie Sex-Seiten, die Sie regelmäßig daraufhin überprüfen, ob sie
aktualisiert wurden?
15. Haben Sie versucht, Ihr sexuelles Verhalten im Internet dadurch zu beenden,
dass Sie beispielsweise Ihre Favoriten-Liste für Sex-Seiten gelöscht haben?
16. Haben Sie versucht, Ihr sexuelles Verhalten im Internet zu beenden und
hatten dann den starken Wunsch, es wieder aufzunehmen?
17. Haben Sie beim Sex mit einem realen Partner an Personen gedacht, die Sie
auf pornographischen Seiten im Internet gesehen haben oder mit denen Sie
Online-Sex hatten?
18. Haben Sie Kreditkarten-Schulden aufgrund von Gebühren, die Sie im Internet
für sexuelles Material ausgegeben haben?
19. Schämen Sie sich oder fühlen Sie sich schuldig, nachdem Sie im Internet
Pornographie angesehen haben oder sexuelle Kontakte hatten?
20. Haben Sie jemals Angst gehabt, man könnte Sie bei Masturbieren vor dem
Computer ertappen?
21. Haben Sie sich je darüber Gedanken gemacht, wie Sie es vermeiden können,
dass man Sie beim Anschauen von Internet-Pornographie oder bei sexuellen
Kontakten im Internet ertappt?
22. Kommen Sie eher zum Höhepunkt, wenn Sie bei Internet-Pornographie oder mit
einem sexuellen Online-Partner masturbieren als beim Sex mit einem realen
Partner?
23. Masturbieren Sie bei sexuellem Material im Internet, weil dies für Sie
leichter ist, als eine reale sexuelle Beziehung zu finden oder
aufrechtzuerhalten?
24. Machen Sie sich Sorgen darüber, dass Ihr sexuelles Verhalten im Internet
außer Kontrolle geraten ist?
.....................................
Wenn 5 oder mehr Fragen mit JA beantwortet wurden, liegt mit hoher
Wahrscheinlichkeit ein Problem mit Online-Sexsucht vor.
Erste Hilfe bei Online-Sexsucht
Grundsätzlich liegt die
Entscheidung ganz allein bei Ihnen, ob Sie Ihren Rechner einfach abschalten
oder sich an einen disziplinierten Umgang damit gewöhnen wollen. Letzteres
halten wir für langfristig erstrebenswert und erfahrungsgemäß absolut
realisierbar. Neben den oben bereits erwähnten
„Brücken“ ist bei einer langjährigen Sexsucht aber oft auch eine
Therapie notwendig. Das kann nur im Einzelfall entschieden werden. Es gibt verschiedene
Möglichkeiten, mit dem Betroffenen zu arbeiten. Schritt für Schritt wird er/sie
so wieder in „normale Bahnen“ gelenkt und lernt, seine Sexualität real
auszuleben.
Es gibt
verschiedene Selbsthilfegruppen für Sexsüchtige und deren Angehörige:
·
S-Anon,
Kreuzstraße 13, 76133 Karlsruhe (Angehörige), E-Mail: deutsch@sa.org
·
AS-Anonyme Sexaholiker, Postfach 1262, 76002 Karlsruhe
·
SLAA,
Sex- und Liebessüchtige Anonym - The Augustine Fellowship, Postfach 1352, 65003
Wiesbaden E-Mail: SLAA-Dienstbuero@gmx.de
- Dort nennt man Ihnen sicher auch Anlaufstellen in Ihrer näheren Umgebung -
Wir vom HSO2007 e.V.
führen seit einigen Jahren erfolgreich Beratungen für Onlinesexsüchtige
und/oder deren Angehörige durch, siehe www.onlinesucht.de/berkos.htm
Manch ein
Betroffener ist vielleicht noch nicht soweit, sich real einem Therapeuten
anzuvertrauen. Oder er/sie kann sich vielleicht 'face to face' nicht so gut
ausdrücken wie im geschriebenen Wort? Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann
können Sie uns Ihr Problem gern in einer E-Mail schildern.
Die
E-Mail-Beratung hat den Vorteil, dass Sie sich Ihre Fragen "schwarz auf
weiß" ansehen und vorher gut überlegen können. Wir haben als Referenz
unsere neunjährige Erfahrung in der Onlinesuchtberatung anzugeben.
Unter www.onlinesucht.de können Sie sich u.a. einen
ersten Eindruck verschaffen, wie ernst wir unsere Arbeit nehmen und wie positiv Betroffene unsere Dienste bewerten. Das Ziel unserer
Beratungstätigkeit ist nicht, dass Sie auf das Internet oder Ihre
Selbstbefriedigung verzichten werden, sondern Sie sollen lernen, richtig und
bewusst damit umzugehen!
Unsere
Beratungen verlaufen so, dass der Betroffene uns zunächst sein Verhalten im
Internet schildert. Wir müssen ihm
einige intime Fragen stellen, die er uns ehrlich beantworten müsste. Es ist
wichtig zu wissen, WAS er (oder sie) im Internet sucht. Wenn wir das
herausgefunden haben, entwickeln wir je nach Sachlage und Fall einige
Lösungsstrategien.
Wir
haben bisher gute Erfolge vor allem bei Onlinesexsüchtigen zu verzeichnen, denn
ganz oft steckt gar nicht das "ganz große Problem" hinter dieser
Verhaltensstörung, sondern es sind die kleinen Dinge, die dem Betroffenen oft
nicht bewusst waren. Manchmal wird aber dennoch die Behandlung eines
Therapeuten oder Arztes notwendig, wobei wir bei der Vermittlung dieser
Ansprechpartner gern zur Verfügung stehen.
Mit Hilfe von Erfahrungswerten führen wir den Betroffenen dann dahin, dass
seine Anwendungszeit im Internet immer weniger wird. Der Idealfall ist, dass er
sich wieder zu 100 % dem realen Leben zuwendet und das, was er online sucht,
real auszuleben lernt. Der Vorteil dieser Beratung ist, dass der Betroffene
sich uns gegenüber niemals zu erkennen geben muss, die Beratung kann völlig
anonym verlaufen. Das garantiert, dass der Betroffene ganz und gar ehrlich sein
kann und wir uns so ein viel besseres Bild verschaffen können als eine Person,
dem der Betroffene direkt gegenübersitzt.
Wenn Sie
anonym bleiben möchten, schreiben Sie uns unter einem erfundenen Benutzernamen
(Pseudonym). Es gibt im Internet jede Menge freie E-Mail-Dienste, bei denen Sie
unter "FREE-MAIL" eine kostenlose, anonyme E-Mail-Adresse
einrichten können (z.B. web.de,
gmx.de
oder yahoo.de).
Sie brauchen sich uns gegenüber nicht mit Ihrer wahren Identität erkennen zu
geben, sollten die Beratung allerdings dennoch ernst nehmen!
|
Bitte beachten Sie, dass diese E-Mail-Adresse für
die Dauer unserer Korrespondenz eingerichtet bleiben sollte und von Ihnen
regelmäßig abgerufen wird, denn wir antworten Ihnen dann nur an diese Adresse.
Wir würden uns freuen, Sie durch unsere Beratung wieder in eine
harmonische Lebensqualität zurückzuführen.
-----------------
|
Sollten Sie zu der
Gruppe von Betroffenen gehören, die immer wieder nach dem „perfekten Bild“
im Internet suchen?
Dann schreiben Sie
sich bitte jetzt gleich auf ein großes weißes Blatt Papier:
Das perfekte Bild gibt es nur in meiner Phantasie.
Ich finde es nicht im Internet!
Bitte halten Sie dieses Blatt griffbereit, evtl. unter Ihrer
Schreibtischunterlage. Beim nächsten Verlangen, sich ins
Internet einzuloggen und wenn Sie Gefahr laufen, wieder stundenlang hängen zu
bleiben, schreiben Sie sich HIER auf dieses Blatt unten das Datum, die Uhrzeit
und eine maximale Verweildauer ein. Stellen Sie einen Alarm für diese von Ihnen
vorgegebene Zeit. Und dann wird es schwierig. Sie fahren SOFORT den Rechner
runter, loggen sich aus, wenn dieser Alarm klingelt (evtl. Wecker im Handy).
Ohne wenn und aber, auch wenn Sie gerade wieder ganz besonders erregt sein
sollten. Rechner aus!
Notieren Sie, ob es geklappt hat, haken Sie diese Zeile ab oder schreiben Sie in ROT Ihre Verfehlungszeit dazu. Beginnen Sie mit dem Erstellen des Papiers heute noch!!
Hier noch ein Artikel, den wir zum Thema Onlinesexsucht geschrieben, aber bisher nicht veröffentlicht haben:
In
den letzten Jahren ist eine neue Form der Sexualität auf dem Vormarsch, die mit
Hilfe des PCs und insbesondere über einschlägige Angebote des Internets
praktiziert wird. Cybersex ist die verbale Form von Erotik und Sex, die zur
phantasievollen Selbstbefriedigung dient. Es handelt sich um geschriebene Worte
in E-Mails oder Chatrooms, um den 'Gesprächspartner' sexuell aufzuheizen. In
einer aufgeklärten Gesellschaft sollte dies - in einem gesunden Maße - nichts
Verwerfliches mehr sein, wäre da nicht die Gefahr, auch von dieser Form der (Selbst-)Befriedigung
immer mehr haben zu wollen und somit davon abhängig (online-sexsüchtig) zu
werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Abhängigkeit sich auf das Betrachten
oder den Download von Sex-Pics, -Videos bezieht oder auf die interaktive
Sex-Konversation.
Eine Studie amerikanischer Sexualwissenschaftler ergab, dass etwa ein Prozent
der Internet-Nutzer, die im World Wide Web gelegentlich Erotik-Seiten aufrufen,
zwanghaft auf der Suche nach Cybersex sind. Geht man von 20 Millionen Menschen
aus, die mindestens einmal im Monat erotische oder pornografische Websites
besuchen, schätzen die Wissenschaftler die Zahl der Cybersexsüchtigen auf
200.000, Dunkelziffer unbekannt.
Ein bekennender Onlinesexsüchtiger schreibt in einem Bekennerschreiben:
"Ein böser vermeintlicher Vorteil der Internetsexsucht ist: Dadurch, dass
ich meine Triebe ständig stressfrei abbauen konnte, war ich auch vor den
Unsicherheiten und den Verletzungsmöglichkeiten einer Beziehung geschützt."
Oftmals geben Betroffene zu, dass sie im Internet häufig nach erotischen/
pornografischen Ausschweifungen suchen, von denen sie im realen Leben deutlich
Abstand nehmen würden.
Eine Studie der MSNBC ergab, dass bei Personen, die süchtig nach Online-Sex
sind, eine drei Mal höhere Gefahr besteht, dass sie im wirklichen Leben an
Sexualproblemen leiden (36 Prozent gegenüber 13 Prozent). Des weiteren weisen
die Umfrageergebnisse insgesamt auf ein Verhaltensmuster hin, in dem Online-Sexsüchtige
als Flucht vor der Wirklichkeit auf Cybersex zurückgreifen. Die Betroffenen
leben ihre Phantasien im Internet aus, statt mit ihren Partner/innen an einem
Problem zu arbeiten. Anstatt Sport zu treiben, um Stress abzubauen, werden
Sex-Seiten angesehen oder die Selbstbefriedigung vor dem Rechner praktiziert.
Die Folge davon ist, dass die Probleme im wirklichen Leben nie richtig gelöst
werden.
Was kann aber getan werden, wenn jemand feststellt, dass seine Cyber-Liebesaffäre
zunehmend außer Kontrolle gerät oder er bemerkt, dass er immer mehr schlaflose
Nächte online verbringt und 'ständig einen weiteren Orgasmus herbeisehnt'?
Psychologen empfehlen als ersten Schritt das Gespräch mit einer
Vertrauensperson. Sollte der Betroffene danach immer noch das Gefühl haben, auf
dem Weg zur Selbstzerstörung zu sein, dann sollte auf bestehende
Therapieangebote zurückgegriffen werden. Auch Online-Beratungen können
hilfreich sein.
Welche
Hilferufe erreichen uns im HSO 2007 e.V. täglich? Erkennen Sie sich wieder?
1. Pathologisches Sammeln von Pics
Viele Betroffene geben an, süchtig danach zu sein, jedes neue (eindeutige) Pic
im Internet zu finden, es herunterzuladen und auf einem Datenträger zu
speichern. Immer wieder wird von Aktenschränken voller CD-ROMs gesprochen bei
teilweise doppelter und dreifacher Speicherung der Pics und Avis', wobei das
eigentliche Betrachten der Pics danach eher eine untergeordnete Rolle spielt.
2. Direkte Selbstbefriedigung
Andere suchen eindeutig und gezielt nach einer Möglichkeit, sich durch
Internet-Gespräche unter vier Augen (Telegramm-Funktion, Instant Message) mit
einem Gesprächspartner aufzuheizen. Das Ziel ist die möglichst gemeinsame und
zeitgleiche Selbstbefriedigung vor dem Rechner. Die Zahl derer, die zusätzlich
die Funktion der Web-Cam nutzen, nimmt gewaltig zu oder wurde von den
Betroffenen bisher nicht thematisiert.
Einige bevorzugen das durch den vorangegangenen 'dirty-talk' folgende Telefonat,
um gemeinsamen Telefonsex zu praktizieren.
3. Machtausübung
Bei der dritten Gruppe spielt die Machtausübung die vordergründige Rolle. Häufig
wird berichtet, dass man mit dem anderen Geschlecht 'spielt' und die moralischen
Grenzen seines Gegenübers ausloten will. Es werden per E-Mail verschiedene Wünsche
geäußert, die später auch in Befehlsform formuliert werden. Der Empfänger
solcher sexuellen Aufforderungen berichtet anschließend, ob und wie er den
Aufforderungen Folge geleistet hat. Neben der sexuellen (Selbst-)Befriedigung
erlebt der dominante Partner solcher 'Spielchen' nicht selten eine Art
Machtrausch, wobei die Tabugrenzen mehr und mehr fallen.
Vor allem diese Machtspiele nehmen zu. Sogenannte dominante Damen und Herren,
Sirs oder Ladies, die sich im Internet tummeln und scheinbare Macht über das
andere Geschlecht ausüben, glauben nicht selten auch im Alltag fest daran, dass
sie Macht besitzen und Forderungen der manchmal unmöglichsten Art an den
Geschlechtspartner stellen können.
(Gabriele Farke)
Jede
Sekunde haben Sie die Chance, Ihr Leben zu ändern!
Der HSO 2007 e.V. ist Ihr „Ausstiegspate“!
Lassen Sie sich beraten!
E-Mail an: Hso2007eV@aol.com