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Neue Sucht: Zu gierig auf Internet, Chats und E-Mails

Schon weit über eine Million Menschen in Deutschland sind onlinesüchtig, brauchen den PC als tägliche Droge. Wer die Gefahr erkennt, kann gegensteuern - psychologisch, sozial und rechtlich.

Fall: Mann, 39 Jahre alt, selbständig. Lebt seit drei Jahren allein. Zunächst ging er in Chaträume, wegen der netten Leute. "Jedes Mal, wenn ich mich neu in diesen Raum einloggte, wurde ich sehr freundlich begrüßt", schildert er im Buch "Onlinesucht" von Gabriele Farke (siehe unten). "Meine Telefonkosten stiegen auf 200 bis 300 Euro im Monat. Immer mehr merkte ich, dass ich das Internet als Verdrängungsmaschine benutzte." Er gerät in den "Teufelskreis", immer häufiger ins Netz zu gehen, die Arbeit zu vernachlässigen und die dadurch aufkommenden Schuldgefühle in den Chaträumen zu beseitigen. "Das Schlimme ist, dass ich schon lange weiß, nach welchem Muster ich verfahre und trotzdem komme ich nicht los von dem Computer", berichtet der Mann verzweifelt.

Wo entsteht Onlinesucht?
Die meisten Betroffenen werden in Chats, Foren und per E-Mails abhängig, gefolgt vom häufig unterschätzten und verschwiegenen Sex-Seiten. Jugendliche tummeln sich vor allem bei Spielen (Online-Games, LAN-Parties). Auch durch Internet-Auktionen kann der Anwender süchtig werden.

Wie entsteht Onlinesucht?
Durch den exzessiven Gebrauch des Internets wird der Anwender abhängig. Er wird vom Internet beherrscht. Ein auch nur zeitweiser Verzicht aufs Internet erscheint ihm undenkbar. Der Bezug zur wirklichen Welt geht zunehmend verloren. Der Anwender sucht und findet seine Anerkennung, seine Freunde, sein neues Leben vielmehr in der virtuellen Welt.

Was sind Anzeichen für Onlinesucht?
Wer fasziniert im Internet surft, chattet und gerne E-Mails verschickt, ist noch nicht süchtig. Zur Sucht wird der Internetzugang, wenn der Anwender Häufigkeit und Dauer nicht mehr kontrollieren kann, wenn das Medium ihn zunehmend im Griff hat, er sukzessive seine freie Zeit und später auch die Arbeitszeit online investiert. Gabriele Farke beschreibt in ihrem Buch die auffälligsten Anzeichen:
- In Ihrer Partnerschaft beginnt es zu kriseln, weil es ständig Krach wegen des Computers gibt.
- Freunde beschweren sich, weil Ihr Telefonleitung ständig besetzt ist.
- Telefon- und Internetkosten erreichen schwindelerregende Höhen.
- Schulden wachsen an, Mahnbescheide flattern ins Haus.
- Das Interesse an realen Geselligkeiten lässt merklich nach.
- Besuch ist eher lästig geworden, weil Sie doch viel lieber vor dem Computer sitzen würden.
- Falls Sie berufstätig sind, lässt Ihr Elan und Ihr Engagement im Betrieb merklich nach.
- Ihnen macht der mangelnde Schlaf zu schaffen und Sie sind erschöpft.
- Sie gehen, statt real zu shoppen, viel lieber online einkaufen.
- Ihre Kondition lässt merklich nach, da die Bewegung an der frischen Luft fehlt.
- Sie fühlen sich nicht mehr in die Familie integriert, sondern eher als Außenseiter.
- Das Gefühl, von Freunden, Kollegen und der Familie nicht mehr verstanden zu werden, bestätigt sich täglich.
- Sie kapseln sich mehr und mehr von Ihrem "alten Leben" ab.

Was tun gegen die Onlinesucht?
Wichtig ist, dass sich der oder die Süchtige die Sucht eingesteht. Dann sollte versucht werden, selbst oder mit Hilfe der Familie und Freunden, die Sucht zu bekämpfen. Hilft auch das nicht, sollte ein Psychotherapeut eingeschaltet werden, der sich mit Onlinesucht auskennt. Nehmen Sie im Zweifel Kontakt zur anonymen Online- oder Telefonberatung auf (siehe vorige Seite).

Was können Sie als Chef gegen Onlinesucht machen?
Jeglichen privaten Gebrauch des Firmen-PC werden Sie kaum verbieten können. Regeln Sie aber mit einer Anlage zum Arbeitsvertrag oder mit einer Betriebsvereinbarung, in welchem Umfang privates Surfen, Mailen etc. gestattet ist. Legen Sie klar fest, dass Mitarbeiter abgemahnt und im wiederholten Fall gekündigt werden, wenn sie sich nicht an diese Regeln halten. Die Inhalte privater E-Mails etc. dürfen Sie nur lesen, wenn der private Internetzugang ganz verboten wurde.

Das Buch von Gabriele Farke ist vor kurzem im Kreuz Verlag (Stuttgart) erschienen, hat 185 Seiten, kostet 14,90 Euro. Sie können es im Internet unter www.kreuzverlag.de online bestellen (zuzüglich Versandkosten).

Weitere Tipps zum Thema und wichtige Hinweise zum Dialerschutz der Deutschen Telekom finden Sie in hm 10/2003.




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