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Lokales / Düren

Gefahr der Online-Spiele wird oft unterschätzt

(ja) | 06.11.2007, 14:45

Kreis Düren. Wenn Kinder und Jugendliche stundenlang vor dem Computer hocken statt mit Freunden oder in Vereinen anderen Hobbys nachzugehen, sollten Eltern alarmiert sein.

Der Grat zur Online-Sucht ist schmal, die Gefahr in die virtuelle Welt der Spiele abzudriften, allgegenwärtig. Dies machten Silke Morlang von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung und Gabriele Farke, Vorsitzende des Vereins «Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige» HSO, zum Auftakt der Aktionswoche «Sucht hat immer eine Geschichte» in der Dürener Endart deutlich.

Die von interaktiven Online-Spielen ausgehende Gefahr werde oft unterschätzt, warnten die Experten. Dr. Jörg Petry, Leitender Psychologe der Fachklinik Münchwies, sprach von einer schweren psychischen Störung, wenn die virtuelle Welt die reale ersetze. Die Gründe für die Flucht in die Welt der Spiele sind vielschichtig: Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen und ein gestörtes Selbstwertgefühl gehören dazu.

Der Spieler suche in der virtuellen Welt die Anerkennung, die ihm in der realen verwehrt bleibt, verbunden mit der Chance, Macht auszuüben. «Das kann bis zum Verlust der eigenen Identität führen», warnt Wilfried Pallenberg, Leiter der Drogenberatungsstelle Düren. «Im Rausch vergisst der Online-Spieler alles um sich herum», weiß auch Gabriele Farke aus eigener Erfahrung.

Ist der Spieler erst einmal in der virtuellen Welt gefangen, hilft oft nur der Weg in die Fachklinik. Erste Schritte dort: Abmelden des Zugangs zu den Spielen, verbunden mit dem Verlust der virtuellen Identität, Abstecken, was im Internet noch erlaubt ist, ehe dann versucht wird, die sozialen Defizite abzubauen und die soziale Kompetenz zu stärken, erklärt Dr. Petry: «Ein schmerzlicher Prozess, der oft Jahre dauert.»

Damit es soweit erst gar nicht kommt, seien die Bezugspersonen der Jugendlichen gefordert, insbesondere die Eltern, betonen Gabriele Farke und Silke Morlang. Sie müssten das Gespräch suchen. Die Jugendlichen müssten vor allem ihr soziales Umfeld behalten.

Weitergehende Informationen zum Thema hat HSO auf seiner Internetseite www.onlinesucht.de zusammengestellt. Ansprechpartner vor Ort ist Andreas Schön von der Fachstelle Suchtvorbeugung der Caritas Drogenberatung, Tel.: 02421 - 10001

07.11.2007 |  Warum nur onlinespiele?



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