Mein Leben ist am Ende!

Forumsbeitrag 02.07.04, männlich, anonymisiert

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Hallo,

ich bin onlinesüchtig. Das habe ich inzwischen Dank der Hilfe von meiner Frau erkannt. Lange hat es gedauert. Zu lange.

Süchtig hauptsächlich wegen eines online-Rollenspiels. Ich weiss nicht ob das jeder hier kennt, also ein paar Worte dazu: Ein online-Rollenspiel muss man sich so vorstellen, dass man eine bestimmte Spielfigur darstellt und zwar komplett versucht, dieser Figur einen eigenen Charakter zu geben. Die Spiele gibt es zuhauf im Netz, sie spielen oftmals in der Vergangenheit (Mittelalter o.ä.), teilweise auch als Science-Fiction. Die Figur kann "sprechen", dann erscheint ein Text über dem Kopf des Bildes der Figur. Sie kann auch chat-Kanäle nutzen. Es sind immer unterschiedlich viele andere Spieler und damit Figuren online, teilweise über 300 gleichzeitig.

Zu Anfang war es für mich nur ein einfaches Spiel, das es galt zu entdecken. Doch mehr und mehr "kannte" man die anderen Spieler bzw. dessen Figuren, denen man hin und wieder begegnete. Das Spiel wurde mehr und mehr zum Chat, die Spielelemente traten in den Hintergrund. Ich weiss noch nicht genau was mich so faszienierte und in die Sucht trieb, dafür denke ich bin ich noch in einem zu frühen Bewältigungsstadium. Fakt ist, dass ich seit August 2003 stetig mehr online war, am Ende über 50 Stunden pro Woche. Ich kam von der Arbeit und ging online, loggte ins Spiel ein. Erst zum Schlafengehen hörte ich auf.

Ich erwähnte oben meine Frau. Sie wird nicht mehr lange meine Frau sein, denn gestern teilte sie mir mit, dass sie die Trennung will. Im heutigen Gespräch erfuhr ich, dass es nicht nur das ständige Sitzen am Computer war, aber auch zu einem großen Teil.

Ich liebe meine Frau über alles, weiss aber dass ich sie schlecht behandelt habe (nicht nur die online-Zeit, auch ansonsten z.B. schlechte Laune, Agressivität etc.). Ich habe es nicht geschafft aus eigener Kraft loszukommen, habe immer gehofft, dass wir bis zu unserem Urlaub durchhalten. Zwei Tage vor diesem Urlaub sagte sie mir, dass sie nicht mit in Urlaub fahren will. Zwei weitere Wochen später wünschte sie die Trennung. Ich habe im Moment keine Perspektive darauf, dass sie zurück kommt zu mir.

Mein Leben ist am Ende.









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