Ohne mich wäre die Welt besser dran
Forumsbeitrag 27.06.04, männlich, anonymisiert
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Hi
Also wo soll ich anfangen?
Ich bin immer jemand gewesen, der etwas still war und bezüglich Freunde immer etwas Pech hatte.
Ich fang da an, wo alles seinen tragischen Lauf genommen hat und hoffe man kann mir noch helfen
bzw. dass ich eine gute Abschreckung abgebe.
2002 haben sich meine Eltern getrennt, und ich habe meine FOR mit Nachprüfung gemacht.
Da stand ich also, keine Ausbildung und nur Kummer wegen der Eltern. Ich zog mich immer mehr
zurück, fing an im I-Net zu spielen. Zudem merkte ich, dass meine Freunde,
bei denen ich am Anfang noch Halt suchte, sich einfach abwendeten. Sie gingen feiern und ich saß zuhause,
weil ich keine Kohle hatte. Mir gings immer schlechter, ich baute eine dicke Mauer um mich herrum,
an der alles abprallte. Ich ging zwar nebenher arbeiten, aber das war nicht sehr viel Kohle.
Früher ging ich gern raus, unternahm mit anderen Leuten was oder wir chillten irgendwo zusammen.
Doch ich wurde nur noch enttäuscht von allen Seiten, fühlte ich mich verraten, die ganze Welt war
gegen mich. Fazit, ich saß nur zuhause und spielte oder machte einfach andere Sachen am PC.
Im Sept. letzten Jahres ging ich auf eine Schule, die halt vorbereitet auf Ausbildung.
Ich fasste Fuß, so dachte ich. Aber mein Leben änderte sich Null.
Nach Hause kommen, PC an und Spielen. Inzwischen sitze ich am PC und höre nur noch Musik und lese
viel (Bücher, keine News o.ä.). Ich habe nen paar Kumpels wieder getroffen, wollte mich immer bei
ihnen entschuldigen für die Scheiße, die ich gebaut habe. Das Problem war und ist,
ich kann es einfach nicht rüberbringen. Dieser Satz "Entschuldigung, ich habe Scheiße gebaut,
bitte helft mir, ich brauche euch", er bleibt immer im Hals kleben mit der Angst, dass sie denken,
dass ich sie nur verarschen will.
Manchmal sitze ich zuhause und denke mir, die Welt wär ohne mich viel besser dran
und ich würde keinen mehr enttäuschen. Sowas wie das Schreiben hier kostet mich viel Kraft und Mut.
Fazit, ich habe mein Leben so gut verbaut, wenn nicht schon total verbaut,
meine "Freunde" enttäuscht meine Eltern ebenfalls.
Zudem verspüre ich Angst und weiß, dass ich krank bin.